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Vorbehandlung der Kokons zum Haspeln.
namentlich für grössere Betriebe ökonomischer, bequemer, weniger belästi-gend und leichter regulierbar war. Obwohl die direkte Ofenfeuerung ihreNachteile besitzt, so wird sie doch in kleineren Betrieben, naturgemäss aberim Hausbetriebe, vorgezogen und bis auf den heutigen Tag verwendet; imLaufe der Zeit hat sie von Rumford, Franklin, Robertson, Tredgold,Buchanan,Ratti,Moschini,Nobilis,Turbini, Santoriniu.A. in Bezugauf die günstigere Verteilung der Luftkanäle, Einrichtung des Rostes u. s. w.vielfache Vervollkommnungen erfahren.
Um die Kokons regelrecht abhaspeln zu können, ist es vor allem er-forderlich, die äussere Flockseide und die einzelnen Fadenstücke, die denKokon umgeben, wegzuschaffen und das Ende des richtigen Kokon-fadens zu suchen und zu erfassen. Dann muss auch der Leim oder natür-liche Klebstoff, welcher die Faden Windungen und -lagen zusammenhält, auf-geweicht werden. Das Aufweichen desselben durch heisses Wasser führtin der Industrie den Namen des Einweichens oder Kochens, die Vorbehand-lung zur Entfernung des Fadengewirrs heisst das Schlagen der Kokons.
Zum Zweck des Einweichens (cuisson, baignage) unterwirft man dieKokons einer einige Minuten andauernden Behandlung in einem heissenWasserbade; hierdurch wird die gummiartige Verkittung, d. i. ihr wasser-löslicher Anteil, aufgelöst. Beim Einweichen, wozu etwa 10 1 fassendePfannen benutzt werden, wirft die Arbeiterin eine Handvoll Kokons in dasBad und taucht sie mittels eines Schaumlöffels in gleichmässiger Weiseunter, bis sie aus ihrem Gefüge erkennt, dass die Faser genügend auf-geweicht ist.
Das Kochen darf nur bis zu einem gewissen Grade geschehen, da derLeim lediglich erweicht, nicht aber aufgelöst werden soll; unter diesenUmständen bleibt nicht nur die Textur der Kokons intakt, was für einregelrechtes Abwiekeln von grösster Wichtigkeit ist, sondern auch die Flockenbleiben noch mehr oder weniger am Kokon haften und werden erst beimSchlagen entfernt.
Die Leistung einer Kochpfanne beträgt selten über 5000 Stück Kokonsan einem Arbeitstage. Bessere Resultate erhält man durch Anwendung vonKörben, die mit Kokons gefüllt und gänzlich in heisses Wasser eingetauchtwerden. In grösseren Betrieben wird eine kontinuierlich arbeitende lialb-cylinderförmige, geneigt liegende Pfanne angewendet, in welcher eine Archi-medesschraube mit einer Geschwindigkeit von 3—4 Touren pro Minuterotiert; das warme Wasser, das am oberen Ende ein- und am unteren aus-tritt, strömt gegen che Kokons zu, die unten eingeschüttet und durch dieSchraubenbewegung nach oben zum Ausgang befördert werden. Die Hei-zung erfolgt mit Dampf, der durch die perforierte Schraubenachse einströmt.Durch den einströmenden Dampf werden die Kokons nach allen Richtungengeschwenkt, wodurch ein wirkungsvolles und gl eich massiges Einweichen er-zielt wird. Diese Einrichtung, bei der ein Durchgang von vier Minuten die