424
Gregeproduktion. Levante.
rassan) und Sbirwany (die weniger geschätzten Qualitäten); Guruk und Las 1 )sind minderwertige Sorten. Die Märkte befinden sich in Recht, Sabzawarund Nishapar. Der Hauptexport derselben geht nach Russland .
Die Geschichte der Seidengewinnung in den Ländern der Levante istbereits früher erörtert worden. In der zweiten Hälfte des XIX. Jahrh.produzierte die Levante durchschnittlich 1—1,5 Milt, kg Gregeseide. In Ru-melien wurde die Hasplerei mit grosser Geschicklichkeit gehandhabt, undman erzielte (im J. 1853) nicht selten eine Ausbeute von einer Oka Seideaus 8V 4 Oka frischer Kokons^). Im Jahre 1883 gewann man im ganzen5—600000 kg Rohseide. Das Verschwinden der ehemaligen levantinischenRassen hat bemerkenswerte Veränderungen in der Natur der Seiden bewirkt;nichtsdestoweniger werden dieselben für vielfache Zwecke hochgeschätzt.
Die kleinasiatische Rohseide kommt unter dem gemeinsamen NamenLevante in den Handel, doch unterscheidet man hier einige Provenienzenund innerhalb derselben mehrere Qualitäten. Was zuerst Anatolien an-langt, so hatten diese Seiden bis zum J. 1830, wo ihr Export nach Europa begann, sowohl in qualitativer wie quantitativer Hinsicht wenig Bedeutung.Binnen des letzten Decenniums hat sich hier in Bezug auf die gezüchteteRasse ein gänzlicher Umschwung vollzogen, der bereits im Kapitel derSeidenkultur näher erörtert wurde. Die Qualität der Brussagregen hat sichin den letzten Jahren wesentlich verbessert, derart, dass sie in einigenQualitäten, was Kräftigkeit und Geschmeidigkeit anbetrifft, mit denitalienischen konkurrieren. Die Einrichtung der ersten Eilanden nach euro-päischer Art fällt in das Jahr 1840. Um das Jahr 1853 bestanden zuSaloniki und Umgebung 30 Eilanden mit 1000 Bassins und einer Pro-duktion von 36000 kg feiner Seiden, zu Brussa und Umgegend 22Haspelanstalten mit 1080 Becken und einer Produktion von 57000 kg Seide.Ausserdem waren noch an vielen anderen Orten kleine Filanden im Betriebe.Bis zu den vierziger Jahren wurden die Seiden nach primitiven Methodengewonnen und kamen nach Europa unter den Namen „Mestouppe“ oder„Brussa“, je nach der Qualität, die zwar etwas grob, aber gut war.Zuerst hat England die Ausfuhr in die Hände genommen und ex-portierte 1830—52 durchschnittlich 1—2000 Ballen jährlich; von 1853 ab,wo die Ausfuhr den Weg nach Frankreich nahm, nur 2—600 Ballen.4 j 5 der Gesamternte werden im Lande verhaspelt, der Rest der Kokonswird nach Italien und Frankreich exportiert. Unter der Anregung euro-päischer Industrieller wird Anatolien den modernen Fortschritten der Seiden-gewinnung mehr und mehr zugänglich. Gegenwärtig sind in Brussa und derUmgegend 45 Filanden nach europäischer Art mit 2500 Haspelbeckenthätig, im Innern des Landes 40—50 Anstalten mit 2—2500 Becken,