Das Spulen.
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Herkunft beträgt die Spulenzahl etwa 100, während chinesische Gregen,wie Tsatlees, selten über 10—15 hinausgeheu. Chinesische Gregen sindmeist mehr oder weniger unsauber und mit Knoten behaftet, ausserdemöfters in der Padendicke äusserst unegal, so dass Fadenbrüche sehrleicht ‘ eintreten. Das Winden solcher Gregen erfordert grosse Auf-merksamkeit, weil die sichtbaren Ungleichmässigkeiten schon währenddieser Arbeit von der Spulerin entfernt werden müssen, was durch Aus-brechen der allzudicken oder der allzudünnen, sogenannten Flugfäden ge-schieht. Es ist begreiflich, dass unter diesen Umständen viel Abfall ent-steht, gewöhnlich 3—5°/ 0 , öfters noch mehr, während er bei europäischenGregen selten 1 j i —V 2 °/o übersteigt. Die den europäischen fast ebenbürtigenjapanischen Filatures sind sauber und egal gehaspelt und winden sich vomStrang fast ohne jegliche Störung ab. Um das Winden, sowie die nach-träglichen Operationen zu erleichtern, wird die Grege vor der Verarbeitungzuweilen geseift und gewinnt dadurch ca. 5 °/ 0 an Gewicht, wovon übrigensnachfolgend noch einmal die Rede sein wird.
Schon während des Spuleus wird die Rohseide zuweilen der ersten Reinigungunterworfen, welche darin besteht, dass man sie durch einige mit weichemTuch überzogene Glasaugen führt. Die zum Spulen bestimmten Gregenwerden vorher eine Zeit lang in feuchten Räumen aufbewahrt, da dies er-fahrungsgemäss für die Festigkeit des Fadens von Vorteil ist; ausser-dem werden stets einzelne Stränge untersucht und die verklebten, beimHaspeln durch Verleimung einiger Gregefädchen entstandenen Stellen,die sogen, „gommures“, mittels schwacher ( 1 / 2 °/ 0 ), lauer Seifeulösuug los-gelöst; der Zusatz von Öl zu diesem Seifenbade, welcher besonders inEngland von einigen Industriellen angewendet wird, ist zwecklos und kannnur als absichtliche Erschwerung angesehen werden. Das Spulen erfolgt mitHand- oder Maschinenbetrieb. Es existieren viele Arten von Spul-vorrichtungeu, die entweder in Form runder, drehbarer Tafeln bei derHandarbeit, oder als Spulbänke im Fall des maschinellen Betriebes errichtetwerden.
Die letztere ist die sogen. Wickel- oder Spülmaschine (machine ä bo-biner, winding-engine, throwing frarne). Geschichtlichen Interesses halbermöge eine Spülmaschine älterer Konstruktion, wie sie namentlich in Preussenzur Zeit der letzten Blüte des Seidengewerbes gebraucht wurde, beschriebenwerden. Mehrere in Entfernungen von 15—20 cm parallel miteinander ge-stellte Fiisse bilden das Maschinengerüst, worauf eine hölzerne Tafel zumAuflegen der abzuhaspelnden Strähnen geschraubt ist. Die zu beiden Seitender Maschine und zwischen je zwei Füssen angebrachten leichten Haspel(swifts) drehen sich ungefähr in der Mitte der Maschinenhöhe in den daranbefestigten Lagern und sind durch Latten gegen Beschädigungen seitensdes beaufsichtigenden Personals geschützt. Jeder Haspel besteht aus einerder Länge nach durchbohrten hölzernen Nabe zur Aufnahme der Achse oderSpindel und aus 12 dünnen Armen, welche zu je zweien der Quere nach