Band 
Erster Band.
Seite
471
JPEG-Download
 

Gattungen der Ouvrees.

471

pro Minute. Die Fühler im Konus sind mit Kugellagerung und die Ma-schine mit Balancenbewegung versehen, welch letztere bezweckt, dass dieSpannung des Fadens eine gleichmässige wird, gleichviel ob auf dem dün-neren oder dickeren Teile des Konus aufgespult wird. Diese Konstruktiondient nur für einfache Spülung, weil sie dem Faden keinen Zwirn giebt;es darf also ein mehrfach dublierter Faden hierauf nicht gespult werden.Von Wren & Co. wird eine Spülmaschine für Nähseide gebaut, in welcherdie Spindeln in zwei Reihen auf einem sich in Lagern drehenden Rahmenbefestigt sind. Während die Spulen der einen Reihe bespült werden, kannder Arbeiter die vollen Spulen der anderen Reihe auswechseln. Die Spindelnkönnen jedes Format von Spulen aufnehmen bis 2,5 Zoll Durchmesser und3 Zoll Länge. Eine Zählvorrichtung zeigt die aufgewundene Fadenlängean, eine Hemmvorrichtung rückt die Maschine selbstthätig aus, sobald einebestimmte Zahl vou Windungen aufgespult worden ist.

* *

*

Die Art und Stärke der Zwirnung, sowie die Anzahl der zusammen-gezwirnten Fäden variieren je nach der Bestimmung des Gespinstes; ihrer Ver-wendung für verschiedene Gewebebindungen entsprechend, müssen dieGespinstebesondere Drehung erhalten; so wird für Taffete die Seide stärker muliniert,als für Atlas, und für Köper steht der Zwirnungsgrad zwischen diesenbeiden. Die Zwirnung hängt auch im wesentlichen von der Gattung derRohseide ab und ist im allgemeinen um so schärfer, je feiner der Fadenist. Im nachfolgenden sind die wichtigeren Gattungen der mulinierten Sei-den, wie sie in der Weberei und dieser verwandten Industrien zur Anwendungkommen, aufgezählt. Fis mag noch vorausgeschickt werden, dass man unterDrehung nach rechts eine solche versteht, die bewirkt, dass, wenn wir ein Endedes Fadens unbeweglich festhalten und das andere (mit der rechten Hand)nach links drehen, die einzelnen zusammensetzenden Fädchen parallel werden.

Die Pelseide (poil, single), aus den Kokons der geringsten Sorte er-zeugt, ist ein einfacher grober, aus 8—10 oder mehr Kokons gehaspelterRohseidenfaden, der, um das Abkochen und Färben zu ermöglichen, eineleichte Drehung erhalten hat. Man bedient sich derselben als Grundlagezu den Gold- und Silbergespinsten, wie überhaupt zu Posamentierarbeiten, woSeide mit Gold oder Silber zusammen verarbeitet wird. Die weisse Pelseidedient zu Silber-, die gelbe zu Goldgespinsten. Sie findet auch in der Strumpf-wirkerei und Bänderfabrikation Verwendung und zeigt zuweilen infolge derübermässigen Torsion beim Zwirnen eine verminderte Fadenfestigkeit.

Das als Einschlag dienende Gespinst, genannt Trarne, ist aus einem,zwei, drei, manchmal vier unfilierten, aus je 3—12 Kokons hergestelltenGregefaden zusammengesetzt, welche leicht nach rechts gezwirnt werden, sodass die Windungen wie die Gänge einer linken Schraube gehen; die ge-ringe Drehung, 90—110 Touren pro m, trägt dazu bei, dass die Trarne