wieder um 11V»" R. und im Schatten um 1^/z" R. Als die Finsterniß ihr Maximum erreichthatte, standen die Alpen fast ganz blaß da, beinahe wie nach Sonnenuntergang, und die ganze Naturhatte ein unheimliches, düsteres Aussehen.
30. Juli gegen 2 Uhr Morgens litten die Gemeinden Ottenbach, Obfelden und Zwillikondurch heftigen Hagelschlag bei anhaltendem Donner und Blitz nach einigen vorangegangenen Regen-schauern. Es fielen Schloßen von der Größe einer Baumnuß, so daß Kartoffeln, Obst und Weizen,so wie die Weinreben bedeutenden Schaden litten. Am meisten wurden die Ortschaften Lunnern,Toußen und Bickweil mitgenommen, und man fand erschlagene Vogel, zerschmetterte Ziegel undFenster. (Ein ähnliches Hagelwetter hatte laut einer Handschrift dieselbe Gegend Ende Juli 1720betroffen.)
1. August. Die Sihl ging so hoch wie im August 18-16, doch fing sie schon am 2. wiederan zu sinken.
7. August schlug der Blitz in den Thurm der Kirche zu Erlenbach, jedoch ohnezu zünden.
14./15. August in der Nacht schlug der Blitz in ein Haus in Fluntern in eine Kammer,wo vier Kinder schliefen, die nur mit Mühe gerettet werden konnten; und am 15. Morgens frühschlug ein Strahlstreich in ein Haus zu Jtzikon bei Grüningen, jedoch ohne zu zünden.
17./18. August entlud sich ein starkes Hagelwetter, das sich über Mettmenstetten bisEinbrach und über Oberwinterthur bis Elgg zog. Vor Ausbruch desselben sah man in Elgg gegenSüdost einen großen doppelten, aber farblosen Mondhof.
Um diese Zeit bemerkte man im Kanton Zürich , namentlich in der Gegend von Winterthur ,das Auftreten der Traubenkrankheit, bekanntlich veranlaßt durch einen sogenannten Fadenpilz(Oläium luokeri).
2Z./24. August, in der Nacht um 2 Uhr wurde in Zürich (und eben so in Einsiedeln ,Stans, Bern , Solothurn , Basel , Genf , Waadt , Wallis und Tessin ) ein Erdstoß verspürt, dermehrere Sekunden anhielt und etwas später, wiewohl schwächer, sich wiederholte.
28. August Abends wüthete auf dem Zürichsee ein heftiger Sturm, welcher u. a. eineSchaluppe, welche ihre drei Segel nicht mehr einziehen konnte, bei Thalweil umwarf. Doch konntesich die Mannschaft auf dem Kiel erhalten bis Hülfe kam.
29. und 30. August sank das Thermometer schnell bis auf Null, und es fiel auf den Bergenund in den benachbarten Thälern, so zu Einsiedeln und sogar in Schwyz , Schnee, der bis zum31. August liegen blieb.
2. September. Heftiger Regen und Föhnwind schmolzen den in den Bergen gefallenenSchnee so schnell, daß ein ungewöhnlich hoher Linthstand auch den Zürichsee zum raschenSteigen brachte, Vom 3./4, September stieg der See um 5 Zoll, obgleich alle Schleußcn in derStadt seit längerer Zeit offen standen.
14. Dezember zeigten sich aus dem Uetliberg gegen Abend, als die Nebelschicht bis dicht andie Kuppe des Berges reichte, in der Gegend der Stockhornkette und des Jura ganz eigenthümlicheNebelbilder, welche nach der Beschreibung sogenannte Kimmungen oder Luftspiegelungensein mochten. (Aehnliche Erscheinungen sollen sich auch im vorigen Jahre mehrere Tage nach ein-ander wiederholt haben)
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