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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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stand, daß, wie in Winterthur, so auch auf dem Wege nach Neftenbach , der von Südwest her-strömende Luftzug erstickend heiß und von äußerst unangenehmem Schwefelgeruch begleitet war, sodaß u. a. eine Frau davon fast ohnmächtig wurde. Auch soll sich über die ganze Umgegend schonvor dem Regen ein stinkender blauer Nebel bis gegen 4 Fuß hoch über den Boden gelagert haben.Aehnliche Beobachtungen wurden auch im Kanton Aargau gemacht. *

23. September. Donnerstag wüthete ein so furchtbarer Sturm, daß namentlich auf demBodensee die Dampfschiffe nicht auszulaufen wagten

29. Oktober Abends sah man ein stark entwickeltes Nordlicht und am

31. Oktober Abends < 1/2 Uhr einen prachtvollen Mondregenbogen gegen Westen.

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Nachdem am 14. Januar auf dem Bachtel der erste Schnee gefallen war, erhob sich am22. Morgens 4 Uhr in der (Hegend von Hinweil ein heftiger, stoßweiser Wind mit Regen, Riefetund Schneegestöber. Genau um 5 Uhr erhellte ein stark leuchtender Blitz die ganze Umgegend,worauf ein äußerst heftiger Donnerschlag folgte, der sich in einem langen, donnerähnlichen Rollenverlor, dann noch ein sturmähnlicher Windstoß und daraufhin vollkommene Ruhe in der Atmo-sphäre.

Am 23. Januar, Dienstag Nachts, wurde in nordwestlicher Richtung ein Komet beobachtet,der von den Astronomen bis dahin nicht angekündigt worden war.

Am 24. Januar schlug der Blitz in ein Haus am Kreuzplatz bei Zürich , doch ohnezu zünden.

Eben so am 20. April in ein Haus zu Wallikon, Gemeinde Pfäffikon , bei starkem Schnee-gestöber, doch ohne großen Schaden anzurichten.

17. Mai entlud sich ein furchtbares Hagelwetter über Richtersweil, das die Obstbäumeund Reben sehr beschädigte.

11. August wurde im Jura, besonders in Solothurn und Umgegend, em heftiges Erdbebenverspürt.

21. August, Montag, entleerte sich über Zürich ein heftiges Gewitter, bei welchem der Blitzangeblich an sieben Orten einschlug, so auf dem Lindenhof, in die Wehrli'sche Mühle auf demobern Mühlesteg u. s. f.

September. Auf den Rübäckern erschien eine Menge schwarzer Räupchen, gegen welche Rußals das beste Vertilgungsmittel angcrathen wurde. Es sind diese Räupchen die Brüt derKpinLnim, einer hochgelben Blattwespe mit schwarzem Kopf (Eine ausführliche Beschreibung der-selben siehe N. Zürcher Zeitung Nr. 270 vom 27. September 1853.)

Oktober. In Affoltern am Albis traf beim letzten Gewitter der Blitz ein mit offenem Regen-schirm über die Straße laufendes Kind, ohne dasselbe zu verletzen.

30. Dezember sah man in Zürich und eben so im Aargau ein leuchtendes Meteor.

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Januar. Seit Menschengedenken waren die Limmat und der Zürichsee noch nie so klein ge-

* Ausführlichere Ueberschwemmungsberichte finden fich u. a. in Nr. 39 der Bürkli'schen Freitagszeitung vom 24. Sev-tember 1852 und in der N. Zürcher Zeitung Nr. 262—265.