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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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diente, ist der im Vertrag für die ursprünglichen Prägungen ausbedungene Mittelpreis für alle dre«Sorten, während für eine weitere Prägung von ausschließlich der größten Sorte eine ansehnlichePreisermäßigung erwartet werden darf. Da indessen die dießfälligen Unterhandlungen erst im Jahre1852 stattgefunden, so kann eine einläßliche Berechnung hier unterlassen werden.

Obwohl dem Datum nach antizipirend, schließt sich die Erlassung eines abermaligen Münz-prägungsbeschlusses der h. Bundesversammlung im Laufe des Monats Dezember und der Bericht,wie weit dieser Beschluß zur Ausführung gekommen, am zweckmäßigsten hier an.

Kaum war nämlich das Einlösungswerk in einigen wenigen Kantonen beendigt, so ergab eSsich, daß höchst wahrscheinlich die laut Gesetz vom 7. Mai 1850 zu prägende Anzahl von 3,000000Einrappen (also von l'/z Rappen per Kopf) zur Vollendung der Einlösung in der ganzen Schweiz zur Befriedigung der über Erwarten großen Nachfrage nach dieser Sorte und zur ungehindertenVermittlung des kleinen Verkehrs nicht ausreichen werde. Den gestellten Anträgen entsprechend, er-mächtigte die h. Bundesversammlung den Bundesrath am 23. Dezember, eine Mehrprägung dieserSorte bis zum Belaufe von 2 Millionen Stücken anzuordnen, wenn solches sich als nöthig erweise.Außerdem wurde der Bundesrath im nämlichen Beschlusse und mit derselben Bedingung zu weiternPrägungen von Silbertheilmünzen bis zum Belaufe von zirka Fr. 3,000000 bevollmächtigt.

Von der letztem Ermächtigung wurde weder am Schlüsse des Jahres 1851 Gebrauch gemacht,noch ist es voraussichtlich, daß vor Ende der Münzreform es nöthig sei und geschehen werde, indembereits der Werth der neu zu prägenden Summen den des vorhandenen alten Schweizergeldes umein Namhaftes übersteigt.

Dagegen wurde am 19. Januar 1852 zuerst eine weitere Million Einrappenstücke bestellt, undsodann nach abermaligem Verbrauch und wiederholtem Verlangen von Seite fast aller Kantonenach dieser Sorte im März die zweite Million Stücke, wofür (Metall und Fabrikationskosten in-begriffen) man mit dem Direktor der Pariser Münzstätte zum Preise von Fr. 5,32 übereinkam, wasals Ausführung eines im vorliegenden Geschäftsjahre wenigstens gefaßten Beschlusses hier kurz an-geführt werden mag.

Mit dem Monate Juni begannen, den abgeschlossenen Verträgen gemäß, die Prägungen derSilber- und Broncemünzen in Paris und bald nachher auch die regelmäßigen Sendungen aus derdortigen Münzstätte der mit Ungeduld erwarteten neuen Münzen. Indessen mußten dieselben fastwährend zwei Monaten zurückgelegt werden, bis endlich auch die — und überdieß einige Zeit nochsehr spärlichen — Sendungen der Billons aus Straßburg anlangten und damit die Verwendungder neuen Münzen zur regelmäßigen Einlösung der alten möglich gemacht wurde.

Verschiedene Gründe veranlaßten die Verspätung der Straßburger Lieferungen. Im Augenblickedes Vertragsabschlusses nämlich besaß die dortige Münzstätte keine einzige Münzpresse, sondern nurältere Prägmaschinen, die namentlich für die Verarbeitung der harten Billonlegirung wenig geeignetgewesen wären, und es bedurfte, um die große Anzahl von 42^ Millionen Stücke in der kurzenZeit von 8 Monaten zu fabriziren, wenigstens sieben Pressen, für deren rasche Anfertigung derSiraßburger Münzdirektor zwar keine Opfer scheute, die aber dennoch nicht ganz zur gehörigen Zeitanlangten. In Ermanglung der für die wirklichen Prägungen zu benutzenden Maschinen konntenauch die vorläufigen Versuche, die bei der Bearbeitung einer noch nie zuvor in der Technik benutztenMetalllegirung doppelt nöthig gewesen wären, nicht nach allen Richtungen hin vollständig angestellt