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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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und nicht lange genug fortgesetzt werden, sondern die erstgeprägten Münzen, obschon noch sehr un-vollkommen, muhten bald möglichst in Zirkulation gesetzt werden, da die zugehörigen Silbermünzenschon lange bereit lagen.

In Ermanglung der erwähnten Versuche traten nun zur Zeit, als die Prägungen bereits invollem Gange hätten sein sollen, zahllose technische Schwierigkeiten ein, welche die Arbeiten währendder ersten paar Monate verzögerten. Diese Schwierigkeiten erstreckten sich über alle einzelnen Ope-rationen : das Schmelzen, das Ausziehen in Sandformen, das Walzen der etwas spröden Legirung,das Weißsieden und endlich besonders über das Prägen selbst, indem die Stempel und namentlichdie kleinsten (5Rappen) Anfangs nicht Widerstand genug leisteten und bald unbrauchbar wurden.Der großen Thätigkeit und Umsicht des Direktors der technischen Arbeiten hat man es hauptsächlichzu verdanken, daß diese Schwierigkeiten nach und nach so überwunden wurden, wie es bei derzweiten Hälfte der in Straßburg sabrizirten Münzen der Fall war, daß man nämlich Münzen bekam,die jeder billigen Anforderung entsprachen, und daß die Voraussetzung, es werde die Einführungder viermetallizcn Komposition als Münzlegirung als eine zweckmäßige Neuerung im Münzwesensich erweisen, vollkommen gerechtfertigt erscheint. — Ein weiterer Grund, warum die Lieferungender Billonmünzen während der ersten paar Monate nicht die vertragsmäßige Stärke erreichten, warder Mangel an altem Münzgut. Es ist oben erwähnt worden, daß man vom Frühjahr an ausallen kantonalen und eidgenössischen Kassen alte Billonmünzen zu beziehen suchte, indem die regel-mäßigen Metalllieferungen an die Straßburger Münzstätte alsobald nach Ratifikation des Vertragshätten beginnen sollen, und indem bei der Gewißheit, daß ein bedeutendes Quantum alten Billonsnach Fabrikation der neuen Münzen übrig bleiben und wenig Vortheilhaft verwerthbar sein werde,man möglichst nur das alte Münzgut zu den neuen Prägungen zu verwenden und Ankäufe neuenKupfers zu vermeiden suchte. Während nun vom Juni an die Silber - und Broncemünzen raschnach einander in großer Menge in Bern ankamen, langten die ersten Billonmünzen aus Straßburg erst Mitte Juli an, und da erstere nicht allein zur Einlösung verwendet weiden konnten, so wurdedas Einlösungsgeschäft dadurch beträchtlich verzögert und die Dauer desselben verlängert.

Auf den 1. August endlich wurde es möglich, ans Einlösungswerk selbst zu gehen, auf dasdie westlichen Kantone mit um so größerer Ungeduld harrten, als einige derselben (Waadt undFreiburz) bereits von Anfang des Jahres an den neuen Münzfuß theoretisch eingefühlt hatten. DieEinlösung begann am 1. August 1851 im Kanton Waadt und auf Veranlassung des eidgenössi-schen Handels- und Zolldepartements gleichzeitig im Kanton Genf , in letzterm aber nur für dienichtgenfcrischen Münzen in der Absicht, die im Dezimalsystem ausgeprägten, in diesem Kantonbis nach Beendigung der Einlösung in der ganzen übrigen Schweiz noch zirkuliren zu lassen.Während im September in den beiden erwähnten Kantonen die Einlösung noch fortdauerte, er-streckte sie sich von Anfang dieses Monats an noch über Freiburg und Wallis und vom 15. Sep-tember an auch über Neuenburg. Ein längerer Haltpunkt und ein bedeutenderes Aufspeichern neuenGeldes wurde nun nöthig, indem der Kanton Bern für sich allein größere Summen bedurfte undgleichzeitig auch wegen des so vielfachen gegenseitigen Verkehrs die Einlösung in Solothurn statt-finden sollte. Sie begann in diesen beiden Kantonen am 1. November. Wenn sie in denselben einemomentane Unterbrechung erlitt und die fatale Nothwendigkeit eintrat, daß der Bundesrath, ent-gegen dem Ernlösungsreglement, den Einlösungstermin erst um 14 Tage, sodann noch um die zweite

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