Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
Entstehung
Seite
148
JPEG-Download
 

148

konnte. Die erste Vorlesung wurde im neuen Gebäude am 6. Wintermonat 1860 gehalten. Dersüdliche Flügel und die Zimmer der Assistenten im Mittelbau erhielten ihre Vollendung im Laufedes Winters und Frühjahrs und der Gesammtbezug des Gebäudes fand sodann auf Ostern 1861statt, so daß also trotz des äußerst komplizirten Einbaues und der Schwierigkeiten, welche die Auf-stellung der Apparate der verschiedensten Art und die Anbringung der verwickelten Wasser- undGasleitungen bereitete, der ursprünglich in Aussicht gestellte Bezugstermin inne gehalten wurde. ZweiZimmer im Mittelbau wurden einstweilen für das Baubureau des Hauptgebäudes reservirt, da inder Nähe keine passende Lokalität sich vorfand.

Bis zum Schlüsse des Berichtsjahres betragen die Baukosten des Nebengebäudes:

Im Jahr 1859:

Erdarbeiten.

Maurer- und Steinhauerarbeiten

Zimmerarbeiten.

Schreinerarbeiten ....

Glaserarbeiten.

Schlosser- und Schmiedearbeiten

Fr. 2095. 40 R.

- 40000. - -

- 6297. 22 -

- 1500. - -

- 80. - -

- 416. - -

Fr. 50388. 62 R.

Im Jahr 1860:

Erdarbeiten.Fr. 1585. 41 R.

Maurer- und Stcinhauerarbeiten - 83150. — -

Zimmerarbeiten.- 20000. - -

Schreinerarbeiten.- 2000. — -

Glaserarbeiten.- 7567. 40 -

Schlosserarbeiten ..... - 893. 15 -

Spenglcrarbeiten .- 1846. 90 -

Malerarbeiten .- 500. — -

Heizung.- 21. — -

Gratifikation beim Aufrichten . - 482. — -

Fr. 118045. 86 R.

Total Fr. 168434. 48 R.

Die Schlußrechnung kann begreiflich erst gestellt werden, wenn das Gebäude als gänzlich voll-endet abgenommen worden sein wird.

Bedeutende Schwierigkeiten verursachte die Beschaffung des für die ganze Anstalt benöthigtenBrunnenwassers. Zwar gehörte zu den Liegenschaften im Schinnhut eine Röhre Wasser, welche ausder städtischen Brunnenleitung bezogen wird, allein es ist einleuchtend, daß dieses Quantum un-genügend war. Die Hoffnung, durch Nachgrabungen im Strickhof das Quellwasser des neuen Spitalsso zu vermehren, daß der Ueberschuß für das Polytechnikum verwendet werden könnte, wodurch demStaate erhebliche Kosten erspart und dem Spitale die Last der Unterhaltung der Leitung bedeutenderleichtert worden wäre, ist nicht in Erfüllung gegangen; anderweitige Versuche, Wasser in nichtallzu großer Entfernung von der Baustelle zu erwerben, waren erfolglos, bis es endlich durch dieVermittlung des Brunnenmeisters Lang möglich wurde, im Mittelberg in Fluntern eine Stelle zufinden, wo Aussicht vorhanden war, ohne Beeinträchtigung bereits gefaßter Quellen auf Wasser zu