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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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richt in den drei ersten Fachschulen wurden mehr Stunden zugelegt und Repetitorien des erstenSemesters, während die Mechanik aus diesem ins zweite Semester verlegt wurde.

Kollegien wurden im Wintersemester 1856/57 103 und im Sommersemester 1857 96 ange-kündigt und mit Ausnahme von 3—4 jedes Semester alle gehalten, und zwar 5 in italienischer,21 in französischer, alle übrigen in deutscher Sprache. Die Entwerfung von Stundenplänen bietetwegen der großen Entfernung der verschiedenen Räumlichkeiten noch^ immer große Schwierig-keiten dar.

Unter dem Lehrerpersonal sind mehrere Veränderungen eingetreten. Die Herren Nägeli undBeaumont sind von ihren Professuren zurückgetreten und eben so Herr Dr. Moldenhauer, an dessenStelle Herr Friedrich Schweizer von Zürich getreten ist; für Herrn Krönert wurde Herr A. Stigleraus Renchen zum Hülsslehrer im technischen Zeichnen ernannt. — Den Herren L. Kaiser undI. G. Stecker wurde der Professorentitel ertheilt; die Anstellung der Herren Professoren Reuleaux,Dufraisse und de Sanctis auf unbestimmte Zeit in eine zehnjährige und die zehnjährige des HerrnProfessor Clausius in eine lebenslängliche umgewandelt. Am Ende des Schuljahres 1856/57 be-stand das Lehrerpersonal aus 35 Professoren, 8 Hülfslehrern, resp. Assistenten, und außerdemwirkten 7 Privatdozentcn an der Anstalt, darunter einer für Ingenieur- und Militärwissen-schaften.

Ueber die Thätigkeit der Lehrer gibt das Unterrichtsprogramm Auskunft. Auch in diesem Schul-jahr bildeten die Exkursionen einen wesentlichen Theil des Unterrichts. Die Repetitorien, die Zeich-nungsübungen und die Arbeiten in den Werkstätten und Laboratorien hatten ihren regelmäßigen,von gutem Erfolg begleiteten Fortgang. Die Konferenzen fanden reglementarisch statt und beschäf-tigten sich mit Entwerfung der Programme, Stundenpläne, Prüfungen, Regulative rc., so wie mitHandhabung der Schuldisciplin.

Der Besuch der Anstalt zeigte im letzten Wintersemester 94 Schüler (darunter 18 aus demKanton Zürich, 64 aus der übrigen Schweiz und 12 Ausländer), und 128 Zuhörer (darunter 50aus dem Kanton Zürich, 58 aus der übrigen Schweiz und 20 Ausländer). — Nach den Fach-schulen geordnet: Bauschule 8, Ingenieurschule 35, mechanisch-technische Schule 27, chemisch-technische Schule 5, Forstschule 6, Lehramtsschule 13.

Die Werkstätten zum Modelliren in Thon und Gyps wurden im Wintersemester1856/57 von 10 Schülern und 9 Zuhörern, und im Sommer von 2 Schülern und 3 Zuhörernbesucht; die Werkstätten zum Arbeiten in Holz und Metall wurden von 15 Schülernund 2 Zuhörern besucht. Das chemisch-analytische Laboratorium zählte 27 Praktikanten, dascdemisch-technische 10 Schüler und 5 Zuhörer. Aus dem ersten gingen 7, aus dem letzten 14 größereoder kleinere Abhandlungen hervor, die später in der schweizerisch polytechnischen Zeitschrift, so wiein den besten und gelesensten Zeitschriften Deutschlands erschienen.

Fleiß und Leistungen der Schüler waren mit wenigen Ausnahmen befriedigend, undes konnten alle Schüler bis an 3 in die folgende Klasse befördert und an 11 Diplome ertheiltwerden.

Zur Handhabung der Disciplin außer der Anstalt mußte ein Schüler weggewiesen werden.

14 Schülern und Zuhörern wurden die Schulgelder, Honorare oder Gebühren erlassen.

Dem im Winter 1856/57 entstandenen akademischen Korps hatte sich die Mehrzahl der Schüler