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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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bunds in Folge der erdrückenden Kosten schmachten, welche ihnen von den unbeugsamen Kriegsgesetzenauferlegt wurden. Diese S bis 10 Millionen Kriegskosten haben alle ihre Hülfsmittel aufgezehrt und nurdurch wahrhaft übermenschliche Anstrengungen gelang es ihnen, drei Viertheile der Schuld abzubezahlen,und dieselbe somit auf 2,300000 Franken herabzubringen. Zwar haben sich schon zu wiederholten Malenim Schoße der eidgenössischen Bundesversammlung beredte Stimmen erhoben, um auf Nachlasiung einesTheiles dieser Kriegsschuld anzutragen, bis jetzt aber immer vergebens. Diese Behörde, treue Hüterin desNationalvermögens, hat nicht geglaubt, dasselbe antasten zu dürfen. Wir wollen ihre Meinung achten,aber uns an den Patriotismus aller Eidgenossen wenden, um den Rest jener Schuld durch eine National-subskription vollends zu decken.

Frage Jeder sein Gewissen, ob es nicht an der Zeit sei, diesen vier Jahren der Angst einer fort-schreitenden Verarmung ein Ziel zu setzen. Wir können nicht den Untergang unserer Brüder wollen; laßtuns also edelmüthig die Hand bieten, damit die einen Augenblick gestörte Einigkeit sich kräftiger, unzer-reißbarer als je wieder erhebe.

2,300000 Franken bleiben noch zu bezahlen, eine Summe, welche ungefähr der Seelenzahl derEidgenossenschaft gleich kommt. Eine bescheidene Subskription von 1 Franken per Kopf würde diesesDefizit decken, unsern Brüdern geholfen, die letzten Spuren unserer Zwistigkeit verwischt, die Bande derganzen schweizerischen Familie fester geschlungen und der Welt ein neues Beispiel von Brüderlichkeit undVaterlandsliebe gegeben.

Der Oorelo national zu Genf , neulich gestiftet, um dahin mitzuwirken, das vaterländische Gemein-gefühl immer mehr zu beleben, alle loyalen und aufrichtigen Meinungen zu vereinigen, freut sich derVerbreiter einer Idee zu sein, welche so klar und bestimmt seine Meinungen und Tendenzen ausdrückt, erwendet sich daher mit vollem Vertrauen an alle seine Mitbürger sowohl in Genf als in der ganzen Eid-genossenschaft; sein Ruf geht ebenso an alle Schweizer , welche sich im Auslande aufhalten, und welcheschon bei so vielen Gelegenheiten Zeugniß ablegten von ihrer Sympathie, von ihrer steten Erinne-rung an ihr Heimatland; er wendet sich an Reich und Arm, an alle Meinungen ohne Unterschied,fest überzeugt, in allen edeln Herzen, welche in unserm Vaterlande so zahlreich sind, ein Echo zufinden. Möchten seine Anstrengungen von Erfolg gekrönt werden! Der Oerelo uationsl würde sich glück-lich fühlen, durch ein Festerziehen der Bande, welche die 22 Kantone umschließen, seiner Bildung eineneue Weihe gegeben zu haben.

Genf , den 7. Februar 1652.

Im Namen des Oorcle Rational zu Genf :

I. Challet-Venel, Präsident.

Diesem Aufrufe folgte dann auch im Kanton Zürich , ähnlich wie in andern Kantonen, nach-stehende Einladung des Zentralkomite der gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich an dieEinwohner desselben.