Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
Entstehung
Seite
223
JPEG-Download
 

223

Anatomische Sammlung.

Die anatomische Sammlung der Hochschule, gegenwärtig in dem dem Kantonalkrankenhauseangrenzenden Anatomiegebäude untergebracht, stammt schon aus früherer Zeit, doch wurde dieselbeerst unter der Leitung des für die Wissenschaft zu früh verstorbenen Dr. Leonhard Hirzel aus Zürich mit einer großen Zahl zum Theil ausgezeichneter Präparate vermehrt. In neuerer Zeit baden sichum die Bereicherung dieser Sammlung besonders verdient gemacht: die Herren Pros. Dr F. G. I.Heule, Pros. vr. Hermann Meyer und Pros. Dr. Frey. — Dieselbe theilt sich:

1 in die Sammlung für vergleichende Anatomie, worunter die reiche Sammlungvon Schädeln, von vr. Henle gesammelt, von besonderem Interesse sein dürste;

2. die Sammlung von Präparaten und Darstellungen in Wachs für spe-zielle Anatomie des Menschen, einschließlich der Entwicklungsgeschichte, größtentheils vonHerrn vr. H. Meyer gesammelt;

3. die Sammlung pathologisch-anatomischer Präparate, besonders für Aerzteinteressant, und ausgezeichnet durch die systematische Anlage sowohl als durch einige besonders selteneGegenstände und Präparate.

Direktor der Sammlungen ist Herr Pros. vr. Hermann Meyer, — Abwart: Huber, dergegen eine Entschädigung von 50 Rappen für die Person die für das Publikum zugänglichenTheile zeigt.

Archäologisches Museum.

Als eine sehr schätzbare Erwerbung für die Sammlungen der Hochschule verdient das archäo-logische Museum vor Allem dankbarster Erwähnung. Bekanntlich wurden seit einer Reihe vonJahren von den Dozenten der Hochschule und später auch von denjenigen des Polytechnikums populäreVortrüge über wissenschaftliche Gegenstände auf dem Rathhause gehalten (s. Artikel akademische Vor-trüge). Die Einnahmen bestimmten jene Dozenten in sehr gemeinnütziger Weise für den Ankaufvon Gypsabgüssen antiker Kunstwerke. Als die Sammlung bis auf einen gewissen Grad angewachsenwar, boten sie dieselbe der Hochschule zum Geschenk an, welches von den Erziehungsbehörden mitDank angenommen wurde. Die Sammlung wurde dann in der vom akademischen Senat in an-crkennungswerther Weise anerbotenen ^.ula acackemica im Hinteramt aufgestellt und am 29. April1858 bei Anlaß der 25jährigen Jubelfeier des Bestehens der zürcherischen Hochschule eröffnet undvon da an wöchentlich an zwei Nachmittagen der unentgeltliche Besuch dem Publikum gestattet.

(Gegenwärtig (1867) ist sie im Parterre des Polytechnikums aufgestellt, enthält bereits überIM Nummern in 6 Abtheilungen und ist Sonntag Vormittags von 10—12 und Dienstag undFreitag Nachmittags von 2—5 Uhr dem Publikum gratis geöffnet.)

Armenwesen.

Nach Erlassung des Gesetzes vom 2. April 1850 betreffend die Organisation des Regierungs -raihes und der Direktionen desselben, beschloß ersterer die Abtrennung der das Armcnwesen be-schlagenden Verrichtungen von der Direktion des Innern und die Bildung einer besondern Abthei-lung für das Armenwesen. Es gingen dann an diese letztere die Verrichtungen der bisherigen Kan-