Terrainverhältnisse bieten dem Abbau, besonders auch wegen des starken Wasserandrangs großeSchwierigkeiten; dennoch schlug die Bergwerksverwaltung vor, daß der Staat für Einmal das nach-gewiesene Kohlenfeld sich rescrviren möchte, bis fernere Versuchsarbeiten zeigen, ob nicht eine weitereVerbreitung des Kohlenflötzes dem Abbau sich günstig erweisen würde. Im Betriebsjahr vom I.Juli1859 bis 31. Mai 1860 betrug die Förderung 195 Schiffsladungen oder 53625 Ztr.; mithinwährend der ganzen fünfjährigen Betriebsperiodc 519928 Ztr. Kohlen. — Die Schürfversuche beiUnterwetzikon wurden nicht weiter fortgesetzt.
So geringfügig nun im Ganzen die jährliche Ausbeute des Bergwerksbetriebs aus Braun- undSchieferkohlen im Kanton Zürich für den Staat erscheinen mag, so darf der Ertrag derselben inVerbindung mit dem Verbrauch von Utznacherschieferkohlen doch alljährlich im Durchschnitt als einAcquivalent von zirka 17000 Klaftern Holz gleich gesetzt werden; derjenige der Käpfnachergrubenallein auf zirka 2200 Klafter Nadelholz L 108 Kubikfuß, zu deren nachhaltiger Produktion 4400Juchart Boden (d. h. nahezu so viel als das Areal sämmtlicher Staatswaldung umfaßt) erforder-lich wären.
Botanischer Garten.
1850/1.
Der botanische Garten darf als eine Zierde Zürichs angesehen werden, und bereits ge-nießt er auch im Auslande einen wohlbegründetcn Namen, und hält die Vergleichung mit mancherweit reicher dotirten Anstalt aus. Bei neuen Anschaffungen wird hauptsächlich auf allgemein in-teressante oder offizinelle und für den Handel und industrielle Gewerbe geeignete Pflanzen gesehen.In diesem Jahre wurden über 1000 neue Arten und Abarten gewonnen. Die Pflanzen ausZentral-amerika, welche hauptsächlich dazu beitrugen, dem hiesigen Garten auch im Auslande Kredit zu ver-schaffen, wurden vervollständigt; die vaterländischen Alpenpflanzen, das beste Tauschmittel, wurdenbedeutend vermehrt, so daß sie gegenwärtig die reichste und vollständigste Sammlung der Art bilden.Auch wurde der Garten mit kostbaren Geschenken, besonders mit einer reichen Kaktussammlung ausMexiko bedacht. Die Ausgabe von 2600 a. Fr. für den Bau eines neuen Gewächshauses wird inKurzem aus dem Reinerträge des Pflanzen- und Samenhandels, der in diesem Jabre die bedeutendeSumme von 4985 a. Fr. (oder Fr. 7269. 79 R. n. W.) abwarf, gänzlich gedeckt sein.
1851/2.
Unter den im Hauptverzeichniß genannten neuen Pflanzen ist eine beträchtliche Zahl von Arten,welche zuerst durch die hiesige Anstalt eingeführt wurden und derselben im Ausland einen großenRuf verschafften. — In den Anlagen des Gartens sind einige Veränderungen vorgenommen wor-den , welche theils die Verschönerung, theils die leichtere, wissenschaftliche Benutzung desselben be-zweckten. Auch in diesem Jahre wurde die Sammlung von Alpenpflanzen beträchtlich vermehrt. DerErtrag des Pflanzenhandels überstieg denjenigen aller früheren Jahre.
1852/3.
In dem abgelaufenen Jahre hat der botanische Garten bedeutende Verbesserungen und Ver-änderungen erfahren. Die zum Unterrichte bestimmten Pflanzen sind systematisch zusammengeordnet;die mehr zum Schmucke des Gartens berechneten Anlagen noch mehr diesem Zwecke gemäß umgewan-delt worden, die Alpenanlage wurde bedeutend erweitert und ein Dekorationsgewächshaus aus Rech-