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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Obergärtner Dr. Ed. Regel wurde Herr E. Ortgies aus Bremen gewählt. Vor seiner Abreisehat Herr vr. E. Regel seine reiche Pflanzen- und Früchtesammlung dem botanischen Gartengeschenkt.

1857/8.

Die Etiquettirung der zum Unterricht bestimmten Pflanzen erforderte eine durchgreifende Ver-besserung und Erneuerung; in Bepflanzung der übrigen Anlagen wurde ein zweckmäßiger Wechselbefolgt, um demselben fortwährend den Reiz der Neuheit zu erhalten. Die Bewässerungsanstaltendes Gartens sind aber noch immer mangelhaft und da die Wasserleitung vom Wasserthurme denGarten nur während weniger Wochen mit Wasser versah, so wurde der Wasserthurmgesellschaft derVertrag gekündigt und die Erstellung eines eigenen Pumpwerks beschlossen. Der hinter der Kaserneerworbene Platz wurde nur theilweise mit einjährigen offizinellen und technisch wichtigen Pflanzenangebaut, der übrige Theil für einmal zur Benutzung für Kulturgewächse verpachtet. In den Ge-wächshäusern waren verschiedene Reparaturen nothwendig. Die Wege in denselben und die Gruppenfür die Topfpflanzen wurden ausgegraben und mit Kohlenasche ausgefüllt, um das Eindringen derRcgenwürmer zu verhindern, ebenso die Platteform auf der Höhe der Katze. — Außer den üblichenSamenversendungen an botanische Gärten wurde ein lebhafter Pflanzentauschverkehr mit demselben,sowie mit den bedeutenden Hanbelsgärten des Auslandes unterhalten, und auch auf England aus-gedehnt, wodurch der Garten sehr werthvolle Sendungen erhielt, namentlich von Orchideen, vonoffizinellen und technisch wichtigen Pflanzen und allen blumistischen Neuigkeiten, die für den Handelvon größter Bedeutung sind. Der Pflanzenhandel hat die beträchtliche Summe von brutto Fr. 13152.80 R. eingetragen, obgleich der Samenhandel wegen Zunahme der Konkurrenz abgenommen hat.

1858/9.

In den Anlagen des Gartens sind einige wesentliche Veränderungen vorgenommen worden.Die Gebüschgruppen längs des Schanzengrabens wurden umgearbeitet und mit seltenen Nadelhölzernund feinern Sträuchern besetzt, und die Etiquettirung der Freilandpflanzen großentheils durchgeführt.Die neue Bekiesung der Wege erforderte eine beträchtliche Auslage. In der Bewässerung des Gar-tens wurde eine Hauptveränderung vorgenommen, indem ein eigenes Pumpwerk eingerichtet wurde,welches das Wasser in alle Teiche und Gewächshäuser liefert. Der Rohertrag des Pflanzenhandelsstieg auf 15932 Fr. und von dem Reinertrag, welcher den letztjährigen um 1540 Fr. überstieg,werden 1000 Fr. an die Domänenkasse abbezahlt, so daß sich die Schuld des Gartens auf 5400Fr. reduzirte.

Am Palmenhause und im Hörsaal mußten beträchtliche Reparaturen vorgenommen werden.Die Pflanzensammlung des Gartens hat eine sehr große Bereicherung erhalten, wozu eine Reisedes Obergärtners Ortgies nach England und Belgien wesentlich beitrug.

1859/60.

Im botanischen Garten gab die Bewässerung viel Arbeit, da das Pumpwerk in Unordnunggerathen war und reparirt werden mußte. Sonst sind keine erheblichen Veränderungen vorgekommen,als daß dem am 19. Mai 1859 zu Kandangar in der Provinz Probolinga aus Java verstorbenenehemaligen Seminardirektor H. Zollinger von Feuerthalen von der zürcherischen Schulsynode einDenkmal mit seiner Büste aus weißem Marmor aus der Terasse gesetzt wurde.

Der Pflanzenhandel hat ein befriedigendes Resultat geliefert, obwohl die Konkurrenz namentlich