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das Wetter sich etwas aufheiterte, sah man bald wieder nur fröhliche Gesichter. Bei der Heimfahrtwar mittlerweile für eine hinreichende Zahl bedeckter und geschlossener Wagen gesorgt worden. Nachder Ankunft in Zürich begaben sich die meisten Kadetten sofort in ihre Quartiere.
Am Mittwoch kehrte das Wetter sich etwas zur Besserung; dennoch schien es nicht rathsam nachdem durch den gestrigen Regen durchnäßten Manövrierfelde bei Oerlikon hinaus zu ziehen, weshalbdie Führer beschlossen, die Exercitien die man in Winterthur hatte ausführen wollen, nunmehr aufder Wollishofer Allmend vornehmen zu lassen. Da wurde nun bei leidlichem Wetter unter denAugen von wohl 30000 Zuschauern kns gegen 4 Uhr exercirt, wobei es so ausgezeichnet von Stattenging, daß die Großen fast beschämt wurden, und einige hochgestellte anwesende fremde Militärs ihreVerwunderung und Freude über die Präcision der Bewegungen auszusprechen sich veranlaßt sahen.Beim Abdefiliren trat leider wieder ein Platzregen ein, der jedoch keine Störung verursachte.
Da aber das Feldmanöver in Oerlikon nicht wegfallen sollte, so sah sich die Festkommissionveranlaßt durch telegraphische Mittheilung an diejenigen Behörden, welche Zürich ihre jugendlichenSchaaren anvertraut hatten um Einwilligung zu ersuchen, daß letztere noch einen Tag länger inZürich verweilen dürften, auch waren deshalb einige Veränderungen in dem Programm nöthig ge-worden, welche den Quartiergebern und dem Publikum durch eine gedruckte Anzeige mitgetheilt wurden.
Abends um 6 Uhr war das Abendessen der Kadetten in der Festhütte, zu welchem Zwecke dasneue Zeughaus im Sihlwiesli ausgeräumt und mit alten Waffen und Trophäen, sowie den Ge-mälden vom Maifeste her und mit Guirlanden, Kränzen und Wappenschildern äußerst geschmackvollausgeschmückt war, und wohl 4000 Personen faßte. Ueber die treffliche Anordnung des Ganzenerntete Herr Zeugwart Michel, der mit unermüdlichem Eifer dieselbe geleitet und betrieben hatte,von allen Seiten das verdiente Lob — Schöner als hier wird man die jugendliche Fröhlichkeitin seinem Leben kaum mehr zu sehen bekommen. Man denke sich über 3000 junge Leute Tijch anTisch beisammen, reichlich doch nicht im Uebermaß mit Speise und Trank versehen, singend undjubelnd, auch nicht Ein mürrisches Gesicht und nur wenige unter den Größern das Maß des Durstesund der Lust überschreitend, entschuldigt durch die Freude über die bereits durchgemachten An-strengungen und in Erwartung der noch folgenden wichtigern Akte. Aber auch hier machte wiederdie überall versorgende Aufsicht sich geltend, indem jeder Tisch von einem Lehrer oder sonstigen Führerfreundlich überwacht wurde, so daß Jeder genug, Keiner zu viel bekäme. Einige Wünsche an dieTischvorsteher, die denselben von der Festkommission gedruckt ausgetheilt worden waren, dürfen hier füglichÜbergängen werden. Dagegen verdient wohl noch hervorgehoben zu werden, daß eine sehr gelungeneAuswahl von Liedern in Musik gesetzt, und in mit passenden Vignetten geschmücktem Umschlag jedemKadetten übergeben wurde. Unter den eigens für diesen Anlaß gedichteten und zum Theil auch eigenskomponirten Gesängen dürften als besonders ansprechend genannt werden: »Der Waffensegender schweizerischen Kadetten" und „das Marschlied zum Kadettenfest" beide von G. Keller, das ersterekomponirt von Professor K. Keller, das letztere von Methfessel.
Donnerstag ließ sich das Wetter prachtvoll an, nicht zu heiß und doch heiter ohne Regen.Man fand der Himmel sei grausam gewesen gegen die Kleinen; allein es hatte sich alles zum Bestengewendet; und die Aerzte versicherten, daß, wenn die Hitze, die am Sonntag, und Montag herrschte,fortgedauert hätte, die Knaben viel mehr zu leiden gehabt hätten, als selbst bei dem abscheulichenRegen, und daß es viel eher Kranke gegeben haben würde. So nun hatte der Himmel durch daS