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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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den Hecht, den Karpfen, den Weißfisch und einige andere kleinere Fische. — Es hat aber nicht dieMeinung, daß alle diese Thiere überall vorkamen oder auch nur zahlreich gewesen wären, wohlaber sind von allen Knochen oder Ueberreste im Schlamme unter den Pfahlbauten gefunden worden.

Aus dem Pflanzenreich fand man Weizen, zwei- und sechszeilige Gerste, Hirse, und darausbereitetes Brod in verkohltem Zustand, Aepfel, Birnen (getrocknet), Kirschkerne (selten), Hasel- undBuchnüsse, Schlehenkerne, Erdbeer-, Himbeer- und Brombeerkerne, Wassernüsse (trspa nstLiio) —Flachs als Garn.

Von Geräthen fanden sich vor: Steinbeile, Steinmeißel, Schleifsteine, Steinäxte in hölzernenHolmen, Hämmer aus Serpentin, Kornquetscher (vom Volke ,Nußtödter« genannt), Sägen undMesser aus Feuerstein ; — Stechwerkzeuge, Wurfspieße und Speer- und Pfeilspitzen, Näh- undHaftnadeln, Stricknadeln aus Knochen und Zähnen u. s. f.; — Schüsseln und Töpfe, Netzscnkerund Zettelstrecker, Spinnwirtel und Spindeln, verschiedene Thierbildcr, besonders aber Mondbilderaus Thon; — Schüsseln, Schlägel, Keulen, Jagd- und Kriegsbogen, Speerstangen, Kämme, Messeru. a. aus Holz.

Von Gespinnsten, Geweben u. dgl. finden sich Matten, Decken u. a. aus Bast, Kleiderstoffe,Bänder, Netze, Stricke, Schnüre, Garn und Faden aus Flachs.

Im Kanton Zürich wurden die ersten Spuren einer Pfahlbaute in dem kalten Winter von1829 auf 1830, wo der Zürichsee ganz zufror, bei Obermeilen entdeckt, indem man den Um-stand benutzte, die sogenannte Habe (Schiffshafen) auszubaggern. Dabei stießen die Arbeiter unterder obern Schlammschichte aus verschiedene ihnen seltsam scheinende Gegenstände, wie Hirschgeweihe,Keile und Kugeln, aus Stein oder gebranntem Thon, durchbohrte Steine u. s. f., welche man abernicht weiter beachtete.

Erst 24 Jahre nachher, als im Januar 1854 die Gewässer des Zürichsee's so tief fielen, wiesie seit Menschengedenken noch nie so tief gestanden hatten, und das Ufer auf große Strecken trockengelegt war, wurde dieser Anlaß von den Anwohnern zu Hafenbauten und Landanlagen benutzt.So geschah es auch in Ob er meilen, wo zwei Besitzer, um dem See ein Stück Land abzuge-winnen, Mauervierecke weit in den See hinaus erbauten, die sie mit Letten ausfüllten, den sie anzwei verschiedenen Stellen aus dem Seeboden ausgraben ließen. Dabei hatten die Arbeiter zu oberst

eine IVr Fuß dicke Lage von gelblichgrauem Schlamm wezuschasfen; unter diesem Schlamm trafen

sie auf eine schwarze modrige Schicht von 2^ Fuß Tiefe. In dieser Schicht, die wir die Fund-schicht nennen wollen, lagen nun allerlei Gegenstände von Stein, Knochen, Horn, ferner Haselnüsse,vermodertes Gras und Laub, und beim Weitergraben zeigten sich auch Köpfe von 8 bis 12 Zolldicken Pfählen, welche reihenweise bloß 1 bis I Vr Fuß weit im Seebett staken. Diese Pfähle, andenen man noch die Rinde wahrnehmen konnte, waren übrigens so weich, daß sie sich mit derSchaufel durchstechen ließen. Man achtete jetzt schon etwas mehr auf diese Fundsachen, ohne jedochzu wissen, was es für Dinge seien, und man fand nun, besonders in der Nähe der Pfähle, nebenvielen Hirschgeweihen auch wohlgeformte länglichte Steine, durchbohrte Knochen, sorgfältig spitzzugcschliffene Knöchlein, Kugeln mit Löchern, eine Art Hämmer, Topfscherben und vieles Andere.

Der Lehrer des Ortes, Herr Aeppli, der von den Schülern an den folgenden Tagen Nachricht

von diesen Ausgrabungen erhielt, überzeugte sich an Ort und Stelle von der Richtigkeit dieser