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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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In geringer Entfernung von Robenhausen fand Herr Messikomer eine dr-itte Pfahlbauteauf einer natürlichen Torfinsel, Riedbühl genannt, und eine vierte ebenfalls auf einer vonTorf umschlossenen, jetzt mit Holz bewachsenen kleinen Insel bei Jrgen Hausen.

Was in neuester Zeit von Pfahlbauten entdeckt wurde, gehört nicht in den Bereich des vor-liegenden Abschnitts dieser Chronik. Den Leser aber, der sich für diesen Gegenstand interessirt,müssen wir auf die gediegenen Berichte im 9., lt., 12., 13., 14. und 15. Band der Mittheilungender antiquarischen Gesellschaft verweisen. — Eine zunächst für die Jugend geschriebene Darstellungdes Wichtigsten »über die Pfahlbauten in den Schweizerseen" von I. Staub, Lehrer in Fluntern,mit Abbildungen, ist ebenfalls zu empfehlen.

Poliklinik

Dieses philantropische Institut wirkte auch in diesem Dezennium (1850—1860) wohlthätigfort, und es ist nur zu bedauern, daß es von den Studirenden nicht häufiger benutzt wird, dadasselbe als treffliches Ausbildungsmittel für künftige Aerzte zur eigentlichen Privatpraxis nochgrößere Theilnahme verdiente, um so mehr, als dabei viele seltene Krankheitsfälle zur Behandlungkommen, die das Interesse nicht nur des angehenden Arztes, sondern noch weit mehr des erfahrnenin hohem Grade in Anspruch zu nehmen geeignet sind.

Zum ersten Male wurde den Behörden im Jahr 1856/57 ein etwas einläßlicherer Berichtüber den Gang dieser Anstalt abgestattet. Die Zahl der Theilnehmer war im Sommersemester 5,im Wintersemester 4. In diesem Jahre wurden von der medizinischen Klinik 772 Patienten (272männliche und 500 weibliche) behandelt; davon wurden geheilt 586 (212 männliche und 374weibliche), gebessert 129 (37 männliche und 92 weibliche), ungeheilt blieben 6 (4 männliche und2 weibliche); es starben 25 (10 männliche und 15 weibliche); in den Spital versetzt wurden 18(8 männliche und 10 weibliche) und auf der Liste blieben 8 (1 männlicher und 7 weibliche). Bonden 772 Patienten wohnten 684 in der Stadt und 88 in den umliegenden Gemeinden, wovon 755Kantonsbürger. Für diese 772 Patienten wurden 3071 Rezepte aus der Kantonalapotheke ver-ordnet, was eine Auslage von Fr. 1074. 85 R. verursachte; die Durchschnittskosten für einenPatienten betragen demnach circa Fr. 1. 40 R.

In der chirurgisch-ophthalmiatrischen. Poliklinik wurden 211 Patienten (173 Erwachsene undzwar 77 männliche und 96 weibliche und 33 Kinder) behandelt. Von diesen waren 152 mit pfarr-amtlichen Empfehlungsschreiben versehen, und erhielten die Arzneien unentgeldlich, die übrigen 77,meist aus den Nachbarkantonen, bezahlten die Arztkosten selbst. Von den 211 Patienten wurdengeheilt entlassen 84, gebessert entlassen 32, an das Spital oder an die medizinische Klinik gewiesen 9,vor beendigter Behandlung traten aus 15, zu bloßer Konsultation waren erschienen 40, gestorbensind 6, und in Behandlung geblieben 25. Es kamen 16 wichtigere und viele kleinere Operationenvor, bei denen die Praktikanten nach Umständen theils assistirend, theils helfend, theils selbstthätigsich zu bewegen hatten. Es wurden 1044 Rezepte im Kostenbetrag von Fr. 365. 40 R. für armeKantonsbürger verschrieben. Die Zahl der Praktikanten war im Sommersemester 6, im Winter-semester 5.