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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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536
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schweiz. Jugend, Dr. Wir; von Basel der schweiz. gemeinn. Gesellschaft und namentlich ihrer Direk-tion, die den Grütliankauf zu Stande gebracht hat, G. Salis u. a. m. — Einen tiefen Eindruck,besonders auf die noch anwesenden Tessiner, machte die eben angelangte Kunde von dem abge-schlossenen Frieden von Villafranca.

Dann wurden die Fahnen vom Limmatthal und von Brugg verabschiedet, während die Basiernoch 7 Becher vom Gabentempel in Empfang nahmen.

Um 5 Uhr wurde vom Festpräsidenten von der Tribüne herab der wesentliche Inhalt derPariser Berichte mitgetheilt und mit lautem Jubel empfangen.

Um 8 Uhr verkündeten die Kanonen den Schluß des Freischießens; allein noch entleerte sichder Festplatz nicht und neue Schaaren strömten in die Festhalle.

Schweizerisches Turn- und Schwingfest vom 11. und 12. Juli.

Bekanntlich hatte der Schweizerische Turnverein beschlossen, bei Anlaß des diesjährigen eid-genössischen Schützenfestes in Zürich gegen den Schluß desselben auch ein Turn- und Schwingfestdamit zu verbinden, und es wurde demselben von Hrn. Bodmer-Stocker auf die verdankenswerthesteWeise der schöne, gerade dem Festplatze der Schützen gegenüberliegende Park zu Abhaltung desFestes überlassen.

Am 11. Juni früh zog nun beim herrlichsten Wetter und in fröhlichster Stimmung die zahl-reiche Schaar mit gegen 40 Fahnen und Musik an der Spitze auf den Festplatz, wo sie vonHrn. Pfr. Hiestand aus eine ebenso ermunternde als ergreifende Weise begrüßt wurde und wo auchsofort zwei Stunden lang eifrig und in bester Ordnung in Riegen geturnt wurde. Nach einer wohl-verdienten Erfrischung that sich die Elite zum Wettturnen zusammen. Es wurden 4 Abtheilungengebildet und gleichzeitig an den 4 Hauptmaschinen: Reck, Barren, Pferd und Sprungseil geschwungen,gestemmt, gebauscht und gesprungen, wobei nach dem lauten Beifall der Menge und dem Urtheilvon Sachkennern ungeachtet der tropischen Hitze Bedeutendes geleistet wurde. Besondere Anerkennungfanden auch die Gemein- und Ordnungsübungen, welche Turnlehrer Niggeler mit einer ansehnlichenSchaar Kantonsschüler ausführte, und es war eine Freude, wie präzis die jungen Leute alle Be-wegungen machten. Den schönsten Kreis von Zuschauern zog der Weitensprung um sich zusammen.Eine eigene Musik spielte in den Pausen abwechselnd mit dem Gesang der Jodler. Einige Uebun-gen mußten aus den folgenden Tag verschoben werden; denn die Sonne war schon untergegangen.Jetzt zogen die Turner vom Kampfplatz zum Mahle in die Festhütte der Schützen, wo die lautgewordene Jugend oft die Festmusik übertönte.

12. Juli (Dienstag).

Der zweite Tag setzte dem Feste noch die Krone auf. Es wurden zuerst die Nationalübungenim Gemeinturnen und Wettturnen vorgenommen und zwischen beiden wurde von dem Eigenthümerdes Parks, der auf liberalste Weise zum Festplatz überlassen worden war, den 600 Turnern aufsGroßmüthigste eine Erfrischung gereicht. Auf dem Rasen fanden sich weiße Leintücher ausgebreitet,beladen mit lockenden Gaben des Kellers und der Küche, worauf sich die muntere Schaar ohne Zau-dern lagerte und wacker zugriff, und als dann der freundliche Geber erschien, um sich zu überzeugen,ob alles nach Wunsch besorgt worden, erscholl ein hundertfaches Hoch ihm entgegen.