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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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thur 1500 Fr. — 1859. 16. Oktober. Die Bürgergemeinde Winterthur beschließt einmülhiz dieEinführung der Gasbeleuchtung durch eine Aktiengesellschaft, bei welcher die Stadtkasse sich mit1000 Aktien zu 100 Fr. betheiligt. Ebenso wird auch die provisorische Anstellung eines städtischenBaumeisters angenommen. — Eine gemeinnützige Gesellschaft eröffnete auch in diesem Winter inWinterthur Sonntags-Lesesäle für Arbeiter und Lehrknaden, die zahlreich und fleißig besucht undvom Publikum durch schöne Beiträge unterstützt werden. — 1859/60. Die Gesellschaft Akademiain Winterthur kündigt auch für diesen Winter eine Reihe von 6 öffentlichen Vortrügen für eingebildetes Publikum an und beging am 10. November eine einfache Feier zum Andenken anSchillers Geburtstag. — Der Stipendienfond in Winterthur erhielt auch in diesem Jahre mehrereLegate im Gesammtbetrag von Fr. 550. — 1860. Am 15. Januar brannten in Winterthur zumersten Mal die Gasflammen unter dem lauten Jubel der zahlreichen Jugend. — An die Kostender diesjährigen schweizerischen Kunstausstellung erhielt Winterthur einen Staatsbeitrag von 200 Fr.— März. Die Gemeinde Winterthur ertheilt zum ersten Male einem Jsraeliten Hermann Bern-heim von Lengnau die Niederlassungsbewilligung. — Am 10. April nahm die Einwohnergemerndevon Winterthur die von Seite der Bürgergemeinde anerbotene Dotation der Primärschulen vonFr. 583000 an und bestimmte das Einkommen der Lehrer bis zum 6. Dienstjahre auf 1600 Fr.,von da bis zum 12. auf 1800 Fr., bis zum 18. auf 2000 Fr., über das 18. hinaus auf 2200 Fr.Pensionirte Lehrer sollen 2 /, ihrer bisherigen Besoldung erhalten. — An die Kosten der Erbauungeiner neuen Straße vom Nägelithürli bis an den Fuß des Rosenberges wird der Stadtgemeindeein erheblicher Staatsbcitrag zugesichert. — Die Stadt Winterthur hat die Totalbereinigung ihresGrundprotokolls beschlossen und läßt zu dem Ende hin einen geometrischen Plan des Stadtbannesdurch Herrn Ingenieur Gauren von Donaucschingen aufnehmen. — April. In Winterthur starbder geschickte Historienmaler Eduard Steiner, allzufrüh für die Kunst, erst 49 Jahre alt; er warein Repräsentant der guten alten Schule, namentlich in Bezug auf Genauigkeit der Zeichnung, Rein-heit und Sauberkeit des Colorits. Derselbe hat durch Testament verordnet, daß nach dem Hinschiededer nächsten Angehörigen seine reiche Kunstsammlung nebst einem Fonde vou 25000 Fr. zur Unter-haltung und Vermehrung der letztem seiner Vaterstadt Winterthur zufallen sollen. — Mai. Winter-thur hat den jährlichen Beitrag von 1400 Fr. an die Bürgerbibliothek aus 3000 Fr. erhöht undzur Ergänzung der ältern Literatur einen außerordentlichen Kredit von 2000 Fr. bewilligt. —Juni fand in Winterthur im Hause des Hrn. Ziegler-Bühlcr eine nicht unbedeutende Gasexplosionstatt. — Die Eröffnung des neu erbauten Schießstandes in Winterthur wurde durch ein besonderesSchützenfest gefeiert. — Juli. Winterthur läßt für die Vorhalle des dortigen neuen Knabenschul-gebäudes vier über lebensgroße Statuen bearbeiten von den Bildhauern Oechsli in Schaffhausen und Pros. Kaiser in Zürich, nämlich: Konrad Geßner, Zwingli, Pestalozzi und I. G. Sulzer (Professor der schönen Künste und Wissenschaften in Berlin ). — Herr Jmhof-Hotz, Kauf-mann in Winterthur anerbot der Gemeinde, für die Stadtkirche daselbst die Fenster mit Glas-gemälden aus den Werkstätten Aumüllers in München auf eigene Kosten schmücken zu lassen. —In Winterthur bildete sich ein Komits zu Unterstützung der verfolgten Christen zu Damaskus undam Libanon. — September. Die baierische Gesandtschaftskanzlei ist von Winterthur nach Bern verlegt worden. — Donnerstag den 13. September konnte in Winterthur kein Kornmarkt abgehalten