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System der Anorganographie als Grundlage für Vorträge an Hochschulen / von A. Knop
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108
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Abschnitt II.

Krystallophysik.

Die Krystallophysik beschäftigt sich mit den physikalischenEigenschaften der Krystalle, d. h. mit den Kräftewirkungen der Mo-lekel auf einander, insofern diese mit der Molekularordnung imKrystallindividuum Zusammenhängen.

Zu den Wirkungen .dieser Kräfte zählen wir die Cohärenz -Erscheinungen, Spaltbarkeit, Bruch, Härte, Tenacität, Dichte undElasticität, die Erscheinungen der Wärme, des Magnetismus, derElektricität und des Lichtes.

Cohärenz -Erscheinungen.

Unter Cohäsion verstehen wir die Kraft des Zusammenhanges junter gleichartigen Molekeln. Sie wird gemessen durch den Wider- |stand, welchen diese ihrer Trennung entgegensetzen. Durch Gewichte, |welche im Stande sind den Zusammenhang der Molekel durch das jEindringen eines anderen aufzuheben, bestimmen wir die absoluteCohärenz oder die Härte. Die relative Cohärenz drückt sich aus idurch die grössere oder geringere Leichtigkeit, mit welcher derselbeKörper nach verschiedenen Richtungen spaltet (Spaltbarkeit) oderzerbricht (Bruch). Die besondere Art und Weise, wie die Molekelsich von einander trennen, die Qualität der Cohärenz bezeichnen ;wir alsTenacität.