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System der Anorganographie als Grundlage für Vorträge an Hochschulen / von A. Knop
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Härte.

Die Härte eines Körpers kann man dadurch bestimmen, dassman das Minimum des Gewichtes aufsucht, unter welchem eineFläche durch eine Stahl- oder Diamantspitze noch deutlich geritztwird. Ein Apparat, vermittelst dessen Versuche der Art ausgeführtwerden, wirdSklerometer genannt. Ein solches wurde vonSeebeck (Programm des Cöln. Realgymnasiums, Berlin 1833) er-funden, auch von Franz angewandt und von Grailich und Peka-rek verbessert. Wenn auch Linne bereits die Härte zum Unter-scheiden der Mineralspecies benutzte, Werner sich zur Bestimmungder Härte einer Feile bediente und Hauy zuerst die Methode desRitzens eines Minerals mit scharfkantigen Bruchstücken eines andernzur Vergleichung benutzte, so wurde doch eine auf diesen Grundsatzallerdings lediglich auf Schätzung der Härteunterschiede beruhendeHärtescala zuerst von Mohs aufgestellt. Pansners Methode dieHärte von Mineralien durch Ritzen mit feinen Metallnadeln zuschätzen wurde von Frankenheim (Inaug. diss.de cohaesione etc.Breslau 1829) weiter ausgebildet, indem derselbe solche von ver-schiedenen Metallen, Zinn, Zink, Blei, Gold, Silber, Kupfer, Eisen inAnwendung brachte und höhere Härtegrade mittelst des Topases oderSapphirs bestimmte. Das Ritzen geschah aus freier Hand. Franken-heim, Seebeck und Franz* fanden bei Prüfung verschiedenerKrystalle, dass die Härte von Krystallen auf einer und derselbenFläche sehr verschieden sein kann. Bei dem Gyps findet man diegrösseste Härte der Spaltungsflächen. (ooPoo) in einer Richtung,welche etwa 20° von der kürzeren Diagonale des Spaltungsrhomhusab weicht, während die Richtung der geringsten Härte rechtwinkligdazu steht. Am Kalkspath erkannte man vermittelst des Sklero-meters, dass die Fläche eines Kalkspathrhomboeders verschiedeneHärte zeigt, je nachdem man sie in der kürzeren Diagonale nachpositiver oder negativer Richtung ritzt. Grailich und Pekarek**zeigten, dass am Kalkspath die härtesten Flächen ooR, die weichstenR seien, und dass in diesem Minerale der kleinste und grössesteHärtegrad sich wie 1:10 verhalten.

* Franz, in Pogg. Ann. LXXX. 37. Uebersetzt aus Inaug. diss.delapidum duritate. Bonn 1850.

** Wien . Acad. Ber. XIII. 410.