26
lich mußte er daher mehrmals den dreiviertelstündigen Wegvon Waldau nach Casscl wandeln, aber, seinem obener-wähnten Wahlspruche getreu, scheuete er keine Anstren-gung, keine Kosten, um seinen Geist durch nützlicheKenntnisse zu bereichern, und auf der betretenen Bahnsich diejenige höhere Ausbildung zu erwerben, welche zuseinem nachmaligen Emporkommen so viel beigetragen hat.
Als Ochs seine Lehrstunden beendigt und es in der Ma-thematik besonders weit gebracht hatte, wallte er auch indiesem Fache gern thätig seyn, und ertheilte daher ausLiebhaberei und Eifer für den Dienst den Zagern, diesich für das Forstwesen vorberejteten, den so nöthigen Un-terricht in der Geometrie und im Zeichnen mehrere Jahrehindurch unentgeltlich. In damaligen Zeiten war es wirk-lich etwas Seltenes, daß ein Offizier in wissenschaftlicherHinsicht den Lehrer seiner Untergebenen machte; Ochsübte also 30 Jahre früher ein System aus, welches jetztin den meisten Armeen angenommen ist, und sie auf eineStufe der Ausbildung bringt, die man früherhin lesdersehr vermissen mußte.
Als nach dem am ZI.October 1785 erfolgten Tode desLandgrafen Friedrich II., Landgraf Wilhelm IX. seinehanauischen Truppen mit den hessischen vereinigte, stießauch die hanauische Jäger - Compagnie zu der bisherigenLeib-Compagnie, und die vorherige Benennung: Feldjä-ger-Corps, ward wieder hergestellt. Dem früher bei denJägern gestandenen Capitain Ewald wurde als Chef die2te Compagnie verliehen.
Da der gewöhnliche Garnisondienst in Waldau demLieutenant Ochs wenig zusagte und er mehrere seiner Jä-ger im Unterrichte so weit gebracht hatte, daß er