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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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Savier Thal von der wilden Rabiosa durchflossen, seinen Verlauf, und endigtmit dem furchtbar tiefen Versauter Tobel, das in einem öden Felsenthal inden Vorderrhein mündet.

Weit weniger verwickelt ist die linke Thalseite, über welche wir ohne-dies schon von Chur aus eine fast vollständige Uebersicht haben. Sie wirdganz von der Bergreihe gebildet, welche man gewöhnlich die Tödikettenennt und hat wohl sehr hervorragende Höhenpunkte, aber nur wenig tiefeingreifende Thäler; in kurzen steilen Absätzen fällt sie gegen das Rheinthalab. Weit vielgestaltiger ist ihr Verlauf jenseits im Glarnerland, das ihreZweige durchziehen.

Hinter der tiefen Einsenkung des Oberalppasses, die an dem langenstillen See vorbei, hinüberführt nach dem Thal von Andennatt und derGotthardstrasse, erhebt sich der Rienzer Stock, Piz Cotschen u. s. w., vonihnen aus läuft nach Westen hin der Höhenzug, welcher an der feufels-brüclte der Reuss den Durchgang sperrte und den das Urner Loch durch-bricht. An diese Berge schliesst sich die lange Felsenkette Crispalta mitHöhenpunkten Piz Giuf 3098 M., Ner 3057 M., Mutsch u. s. w. an undsenkt sich dann zum Itreuzlipass, eigentlich Hrixli 2330 M. , welcher durchdas rauhe Strimthal über selten schneefreie Joche nach dem Etzli- undMaderanerthal führt, übrigens nicht so arg ist, als er oft beschrieben wird.Ausser dem Strimthal laufen von diesen Gebirgen gegen den Rhein aus ValMila, Giuf, Terms, auch Tiartns oder kurzweg Val, und Surpalix, kurze,steile, aber weidereiche Thäler, von denen nur die zwei letzten wichtigersind, weil durch sie die beiden Wege nach dem Oberalppass gehen. Hinterdem Kreuzlipass steigt in den hohen Felsenstufen Lei Alv, Aul und Cotschenoder Tgietschen der hohe Oberalpstock auf. Letzterer ist die höchste Spitze3330 M. Grosse Gletscher umgeben ihn, namentlich der hohe Brunnigletscher,über den ein nicht häufig betretener Weg nach dem Maderaner Thal geht.Der weitere Verlauf dieser Gebirge zieht sich in hohen Gräten und mäch-tigen Schneefeldern um den einsamen Thalkessel, in welchem sich dieRusseinthäier vereinigen, ein vorderer Grat lauft bis zu deren Ausgang ValBarcuns, wo über eine schöne Brücke die neue Strasse nach Disentis führt.Letzteres liegt am Fass dieses Bergrückens, das Thälchen Acleta und einigeandere, meist mit starken Bergwassern, senken sich von den schroffen Bergseitenüber die lieblich und weit ausgehreitete Thalstufe dem Vorderrhein zu. Vonda bis Truns ist man am Fuss der Tödigruppe, die unten aus dem Thale nicht sichtbar ist und in bewaldeten Vorstufen, dann in hochgelegenen Alpen-triften zum eigentlichen Hochgebirg aufsteigt, das man, um seinen Total-eindruck zu fassen, am besten von der jenseitigen Thalseite oder von demBiz Mundaun betrachtet. Gewaltige schroffe Felsenwände, meist aus Kalk