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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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wenig abwärts das nette Nufenen, nach welchen der Weg über den höherenGrat links führt, und das wir von hier nicht sehen. Dagegen sehen wirgegenüber an der Berghalde die Strasse in vielen Kehren den steilen Abhangersteigen. Es ist die Bernhardiner Strasse, die dort nach Italien führt; westlichliegt das lloschelhorn und die Rheinwaldgletscher, östlich steigen die Bergea'hnählich zu dem spitzen Gipfel des Tambohorns auf. Eine kurze Streckebringt uns hinab in die reizende Landschaft, und wir können, nachdem wirden Ursprung des letzten Quellstroms gesehen aus dem der vereinigte Rhein-strom seine mächtigen Fluthen zu sich entbietet, entweder dessen Weg durchdie gesprengte Felsenthore der Rofla und Viamala folgen, oder hinübersteigenin die Kastanienwälder und die von Reben umlaubten Thäler des Südens,an- deren Schwelle wir schon einmal standen.

16 . Savien.

Ihr Matten lebt wohl,

Ihr sonnigen Weiden!

Wir haben noch das letzte der Oberländer Thäler zu betrachten, welchesvon unserm so eben auf dem Valser Berg erreichten Standpunkt, hinter jenerlangen Bergkette liegt, die von dem nahen Bärenhorn aus bis zur Mündungdes Lugnetzer Rheins reicht und uns auf unserer Wanderung durch das Thalfortwährend, ohne erhebliche Seitenthäler auf der Ostseite begleitete. Anmehreren Stellen kann dieser steile, von tiefen Tobeln zerrissene Bergwallüberstiegen werden, doch fast überall nur mit grosser Anstrengung und zumTheil mit Gefahr; nur aus Vals ist ein leichter Uebergang, der denen an-zurathen ist, welche diese wenig besuchte Gegend nur in ihrem oberen,freilich interessantesten Theil besuchen wollen. Der Weg nach Splügen undRheinwald bleibt dann über einen andern Pass immer noch offen. VomValser Bad aus ist es auf jeden Fall eine schöne Excursion.

Man steigt zu dem Ende vom Platz aus durch Wald und über Alpen-wiesen den steilen Abhang hinauf; dann führt der Weg im Zickzack an einerFelsenwand in die Höhe, auf die weite, schöne Alp Tomils, deren Hüttenhoch auf der Terrasse liegen. Von da aus hat man eine schöne Aussichtauf das so eben verlassene Thal und die Eisgebirge der Rheinwaldgruppeund Contagaskctten.

Diese Aussicht so wie auch die auf Savien und die Gebirge, welchedieses umgeben, hat man jedoch besser von dem nahen Weissenstein, dendie Lugnetzer Piz Surcombras nennen, und den man von hier aus gelegent-lich ersteigen kann, da sein Gipfel, 29-19 M., von der Alp wenig entfernt