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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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Anhang.

1. Geognostische Gcbersiclit.

Der Leser wird im Vorstehenden mehrmals den Angaben von Terrain-verhältnissen begegnet sein, wo die Naturscbilderung oder sonstige Gründedies erforderten. Dem Wunsche des Verlegers und allerlei sonstigen kri-tischen Bemerkungen folgend, bin ich damit sehr sparsam umgegangen, undbehielt mir vor, am Ende des Werkchens in drei Abschnitten, Mineralogie,Botanik und Zoologie des Oberlandes zu behandeln; damit diejenigen, welchevon diesen Dingen nichts verstehen, nicht durchgelehrte Auseinander-setzungen geärgert würden.

Nun befinde ich mich aber in Verlegenheit, wie ich dieses Vorhabenausführen soll? Das Werkchen hat schon den ursprünglich projektirten Um-fang überschritten und eine gründliche Abhandlung der oben angegebenenArt ist nicht mit einigen Seiten abzumachen. Im besten Falle kann ichdoch denjenigen, welchen die Elementarkenntnisse abgehen, die man gegen-wärtig in jeder bessern Schule lehrt, nicht erst auseinandersetzen, was z. B.Granit oder Kalkstein ist und wie sich selbiger Granit z. B. von Kalkstein oderThonschiefer unterscheidet etc. Den Männern von Fach dagegen wird eineganz allgemeine Uebersicht durchaus nicht genügen. Dennoch muss ich michzu« dieser letztem entschliessen, da mir der Raum nicht Anderes gestattet,um wenigstens für diejenigen einen allgemeinen Anhaltspunkt und Leitfadenzu geben, welche ohne gerade Fachstudien zu machen, mit sehenden, d. h.intelligenten Augen durch die Welt gehen und in den einzelnen Natur-gegenständen Theile eines grossen Organismus erblicken, würdig der Be-trachtung des denkenden Menschen.

Das Bündner Oberland zeigt uns in seinen weit ausgedehnten Gebirgs-systemen zwei Hauptformen von Gesteinen: 1) die krystallinisch schiefrigenoder inetamorphischen Bildungen; 3) die einfachen Sedimentgesteine. Dieersteren zeichnen sich dadurch aus, dass sie aus deutlichen Blättchen odereckigen Stücken bestehen, an denen man die Neigung zur Krystallbildungerkennt, und dass nur wenige und immer dieselben Mineralien in den Ge-mengen stets wiederkehren; z. B. in Gneiss, die drei Mineralien Quarz, Feld-spatli und Glimmer; in Glimmerschiefer, Quarz und Glimmer; in Hornblende -schiefer Quarz und Hornblende etc.