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leitung und Verbauung der kleinen Schluchten, dem Schlammstrom seinenersten Ursprung abschneidet. Vor allem aber muss man sich vor vollstän-digen Abholzungen hüten, den Wald in gutem Zustand erhalten und auf denAlpen und Wiesen die Bildung kleiner Wasserrisse verhindern. Auf solcheWeise wird man zwar nicht an allen Orten und auch nicht für immer, Ru-fen beseitigen, aber man wird ihre Wirkung schwächen und sie in denmeisten Fällen weniger gefährlich machen, indem sie dann nur als Wasser-bäche verlaufen. Bei Schleuis hat man seit einiger Zeit mit Erfolg in die-sem Sinne gearbeitet.
Zwischen dem Tobel von Schleuis und dem von Laäx liegt auf einerschönen, grünen Thalslufe das Dörfchen Kellers oder Falera , 1218 M. hoch.Die Burg Falera, sowie ein ähnliches Bauwerk in der Nähe der Kirche istbis auf wenige Spuren verschwunden. Hintei dem Dorfe steigen schöneAlpen mit zahlreichen Alphütten gegen den Piz St. Gion auf, dessen vordereHöhen leicht zu ersteigen sind und eine reizende Aussicht bieten. Kalk undVerrucano grenzen hier an einander, ln ähnlicher Lage liegen weiter west-lich auf den Terrassen Ladir, 1277 JL, und Ruschein , 1158 M., auf felsigentheilweise bewaldeten Höhen. Beide können als schöne Spaziergänge vonRanz aus empfohlen werden, besonders für solche, die schöne Aussichtensuchen. Die Kirchen beider Orte erkennt man an ihrer weissen Farbe vonChur aus, und wenn sie recht deutlich erscheinen, so ist Föhn im Anzug,denn da der Föhn, als warmer trockener Wind in den Alpen ankommt, sobemächtigt er sich schnell aller Feuchtigkeit in der Luft und verursacht jeneungemeine Durchsichtigkeit derselben, die ein Vorbote des Umschlags ist,wenn, wie das immer geschieht, der Westwind in diese aufgelöste Dunst-masse einfällt.
Auf der andern Seite des Rheins siebt man im Thale Kästris und auf derTerasse darüber Seewis liegen, 865 M. Letzteres ist nicht mit Seewis imPrätigau zu verwechseln, wie in einigen neuern Reisebeschreibungen ge-schieht, woraus unter andern zu ersehen ist, dass der Dichter Salis durchdie schöne Umgegend von Seewis zu verschiedenen seiner Gesänge begei-stert worden. G. v. Salis stammte bekanntlieh von Seewis im Prätigau,wo er auch begraben ist, sich jedoch nur die kürzeste Zeit seines Lebensaufhielt. Diess schadet jedoch Seewis im Oberland nichts, das in der Thateine der schönsten Lagen im Rheinthal hat. Denn über den grünen Mattenauf denen es sich ausbreitet, steigen in mächtigen Felsenstufen die Signina-stöcke auf, unten rauscht der Glenner, dem Rhein zueilend und mit einemBlicke übersieht man das liebliche Rheinthal, Ilanz und die Orte im Grund,die majestätischen Hörner und Firnen des Tüdigebirgs und Lugnetz mit denherrlichen Schneepyramiden in seinen entlegenen Seitenthälern.