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hatten weit in ihre Heimath; schnell brach man auf und in eben der gutenOrdnung, wie sie gekommnn, zerstreuten sich die einzelnen Abtheilungen,die man noch lange durch die Felder und an steilen Abhängen hinziehensah. Man hat an dem Motiv dieses Volksfestes allerlei auszusetzen gefunden,indess soll man dem Volk seine F.rinnerungen, wenn sie auch etwas sagen-hafter Natur sind, nicht verkümmern und verleiden; die Heldensage derVorzeit wirkt als solche weit mehr Grosses und Schönes als Schulfuchsereiund engherziges Kritisiren.
Wir kommen nun zur Beschreibung dieser Thalschaft. Sie ist das grössteund ausgedehnteste Nebenthal des Oberlandes und breitet sich hinter demschluchtenartigen Eingang in vielen Nehenzweigen aus, von welchen zwei,Vals und Vrin die hauptsächlichsten sind. Das vordere Lugnetz ist ein schönes,reiches Alpenthal, von herrlichen Bergformen umgeben, deren Schneehäuptermajestätisch hereinblicken in die lieblichen Gelände. Da reiht sich Dorf anDorf; auf dem fruchtbaren, aus der Verwitterung des grauen Bündner Schiefershervorgegangenen Boden stehen üppige Getreidefelder, Obstbäume beschattendie Häuser und in den höheren Lagen gedeiht wenigstens noch die Kirsche.Hoch hinauf an den Bergen steigen die Alpentriften mit irischem, saftigemGrün und erreichen auf der linken Seite die Gräte der vorderen Berge etwabis zur Höhe des Piz Mundaun, der es mit seinem lang auslaufenden Rückenvom Rheinthal trennt, während auf der rechten die zerrissenen Gipfel undscharfen Kämme des Signinastockes und der Savier Kette rasch und steil an-steigen über die sonnigen, grünen Terrassen. Die Wälder der untern Regionenthalten zum Theil noch Laubholz; die Buche, der Ahorn, die Esche, Mehl-beere und Vogelbeere mischen sich mit den Roth- und Weisstannen und demzarten Grün der Lärche. Erlen beschatten die tiefen Schluchten, in denender wilde Glenner sein trübes Gewässer über die Felsenschwellen hinwälzt.Weiter hinauf herrscht das Nadelholz allein vor, und entwickelt eine be-deutende Vegetationskraft, doch müssten die Wälder besser gepflegt undausgedehnter sein.
Die langen Nebenthäler haben in ihren vordem Theilen noch die Naturdes Hauptthals, aber sie steigen allmählich höher und höher, der Getreidebauverliert sich, der Waldwuchs wird spärlicher, die Alpenwirthschaft alleinherrscht vor auf den noch immer reichen Triften, welche den Falten undBiegungen des Gebirgs folgen in den zahlreichen Verzweigungen der Thäler;endlich strecken sich diese in die gewaltigen Massen des Hochgebirgs hinein;Steinwüsten und Felsenschlucliten, himmelanstrebende Wände und Berggipfelfolgen, lange, mächtige Gletscherarme senken sich herab und schliessen sichoben zusammen zu weiten Eis- und Schneefeldern, aus welchen das Gebirgseine Felsenglieder hervorstreckt, wie der Riese, den die nordische Sage