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sich nicht vorstellen, dass solche Vorgänge wie auf einen Ruck und plötz-lich erdbebenartig hätten erfolgen müssen. Dergleichen ist auch vorgekom-tnen und kommt noch heute in vulkanischen Gegenden vor; die Hebunglanger Ketten, grosser Landstriche aber, ist nicht plötzlich, sondern in sehrlangen Zeiträumen, sehr allmählig und erst nach langer Zeit bemerkbar er-folgt, so wie gegenwärtig nachweisbar die Küste von Schweden im Steigenbegriffen ist. Daher konnten die Gesteinslager und Schichten alle die wunder-lichen Biegungen annehtnen, die wir an ihnen bemerken; wären sie plötzlichgestiegen, so hätten sie nur geknickt und zerbrochen werden können.
Wir nennen dieses die metainorphische Erhebung, im Gegensatz zu dereruptiven, durch plötzliche Ausbrüche plutonischer oder vulcanischer, lava-artiger Massen und damit verbundene Gasexplosionen etc. erfolgten. DasBündner Oberland zeigt uns, wie oben bemerkt, von der letzteren nur sehrvereinzeltes Auftreten, der ersteren verdankt es die Form seiner Gebirge,die also vorzugsweise metamorphisch ist.
Hierzu kam im Laufe der Zeit die zerstörende Kraft der Athmosphäreund die bald schnell, bald langsam auswaschende Kraft des Wassers, dasanderwärts den oben mitgenommenen Schutt wieder niederschlug, die Erosionund Alluvion, welche zusammen die Thalbildung vollendeten, so wie die ge-waltige Wirkung der in der Eiszeit viel weiter ausgedehnten Gletscher.
Wir mussten die gestaltenden Kräfte kennen lernen, um diesen Felsen-bau zu verstehen. Es bleibt uns, ehe wir in die Einzelheiten gehen, nurnoch etwas Allgemeines über Streichen und Fallen, so wie über die Forma-tionsglieder zu sagen, womit wir zu thun haben werden.
Die Schichten des Oberlandes streichen im Allgemeinen von SW. — NO.hora 9 und fallen südöstlich jedoch mit Undulationen im Streichen und Fallen,so wie mit oft auffallenden Lokalbiegungen. Das Adulagebirg aber streichtSN. h. 12 und fällt östlich. Wo beide Linien Zusammentreffen, wie am Luk-manier , der Greina, und dem hintern Lugnetz, da sind Streichen und Fallensehr unregelmässig geworden, weil sich zw'ei Hebungswellen kreuzen. Indieser einfachen Thatsacbe liegt der Schlüssel zur Erklärung vieler Unregel-mässigkeiten.
Die Formationen betreffend, so ist als die tiefste ein Granit anzusprechen,welcher nach oben in Gneiss übergeht, und den wir nach diesen Modifica-tionen als Gneissgranit und Granitgneiss bezeichnet haben.
Es folgen nun die gewöhnlichen Gneisse, Hornblendeschiefer, Glimmer-schiefer, Chloritschiefer, ältere Talkschiefer etc., wir nennen dies alles zu-sammen krystallinische Schiefer. Es sind metamorphische Gesteine, welchewahrscheinlich aus dem sogenannten Uebergangsgebirg (Silurisch, Devonisch)vielleicht auch aus der Steinkohlenbildung entstanden sind, worin eben der