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Das Bündner Oberland oder der Vorderrhein mit seinen Seitenthälern / von G. Theobald
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und Schiefer. Die oben aufsitzenden grossen Schieferbildungen nennt manFlysch. Höhere Formationen kommen in ganz Bünden nicht vor, mit Aus-nahme der Diluvial- und Alluvialbildungen. Zu ersteren sind auch die Schutt-ablagerungen der alten Gletscher zu rechnen.

Wir nehmen nun grösserer Deutlichkeit wegen, denselben Weg wie inder Wanderung durch das Gebiet, indem wir da, wo dort die Verhältnissegenauer erörtert sind, uns einfach darauf beziehen und das dort Gesagtenicht wiederholen.

Das rechte Rheinufer besteht von Chur bis ins Doinleschg nur au3grauem Bündner Schiefer, der in sehr verwackelten Biegungen nach SO.fällt und vermöge deren oft 5fi doppelt liegt, woher seine scheinbar un-geheure Mächtigkeit kommt. Er bildet steile Abhänge auf den Kordseiten,sanfte Abdachungen auf der entgegengesetzten. Seine Verwitterung erzeugteinen sehr fruchtbaren Lehmboden, daher trägt er die besten Alpen unddie ergiebigsten Aecker im Land. Thon-Kalk-Sandschiefer wechseln.

Der Calanda besteht von unten nach oben aus folgenden Formationsgliedern,wobei wir von dem Abhang gegen Tamins bis nach Bagaz und Pfäfers fort-schreiten. 1) Verrucano. 2) Rauhw'acke und Kalk, dessen unterer Theil die Trias,der obere sogenannte Röthikalk den untern Lias vertritt. 3) Rothe, gelbe,grüne, graue, braune Schiefer mit Schwefefkies, Magneteisen und Gold. Siestellen Unterjura und obern Lias vor. 4) Kalkschiefer mit Belemnites hastatus.Gehört zum unteren Oxford =Callovien. 5) Llochgebirgsdolomit. Bildet mäch-tige Felsenwände, unter andern den Felsberger Bergsturz. 6) Oberjurakalk,hellgraue, dunkle geflammte Kalksteine. Untervazer Marmor etc. 7) Neuen-burger Kreide mit Ostrea macroptera etc. Daraus besteht das FelsbergerHorn, der vordere Theil des Weihersattels und die Felswand ob Haldenstein .8) Obere Kreidebildungen, Sehrattenkalk, Gault, Sewerkalk sind schwächerentwickelt, jedoch alle nachweisbar zwischen Untervaz und Mastrils . 9)Nummulitengebilde und Flysch von da bis ans Ende der Kette. Typisch fürdiese Formation ist der Weg vom Hof Ragaz bis Klosters Pfäfers, und derEingang in die Quellenschlucht bei Bad Pfäfers.

Diese Formalionsreihe wiederholt sich mit verschiedenen Abweichungenund in verschiedener Mächtigkeit im Sardonagebirg, Val Bargis, Flimser Stein,Hausstock, Vorab, Panixer, Kistenpass, Brigelser Horn, Tödi etc. Die Spitzedes letztem scheint nur aus Jurakalk zu bestehen, dagegen kommen dieNummuliten bis jenseits Brigels vor. Auf dem Hochgebirg schliesst dieseReihe mit den Russeinthälern, im Thale aber läuft ein Streif Schiefer (Unter-jura) bis nach Tavetsch und bei Disentis hängt noch ein Lappen Kalk (Röthi-kalk) auf dem krystallinischen Gestein. Die Grundlage von dem allen istVerrucano, der unter andern bei Ilanz , linke Thalseite, sehr gut ausgebildet