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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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meiae Sprichwort nicht zu verachten / welches lehret / ^nkeeöuor IMA,w-'«es cerriur ^zuäer. Unter zweyen streitenden Partheyen / gehet vsst derDritte mit der Erbschajst durch /berowegm ersuchten Jhro Majestäten sieunterthamgst / diese so gerechte Dero getreuen Vasallen und UnterthanenVorstellungen allergnadigst zu behertzigen/ und denen so gefährlichen An-schlagen kern Gehör zu geben / damit die dadurch bedrohet«,Unglückseligkei-lten das gantzeRoich nicht überziehen / und dessen Feinde nicht Ursach finde»möchtensich zu rühmen : Divittc Oominu» inimieo; cvrsm n», licutchviciuntur Lga-e. 2. kex. c. 5. und ihnen des Virgüii Aussage nach nichtaus unsern eigenen Marck und Blm die Rache geschehe/^xorisre nottn«.ex oKbus ultor.

Die Königinn welche sich auf der Standen Anbringen bereitet / undnach deren gnädigsten Zulassung ihnen mit doppelt- gesinneter Freundlich-keit und Gütigkett Gehör geben hatte/stelleteM über allemassenwunder-lich/ und ob kamen ihr alle diese Sachen anders nicht vor/als pure PoetischeGedichte/und Erfindungen / Sie versicherte die Stände Dero unverwes-lichen Affection und Liebe / und einer unveränderlichen Proteerion/ nicht oh-ne Besturtzturg/ deren/ ihren Vorgeben nach / entsetzlichen Klagen / sich ver-wundernd/wer doch ihren lieben rutd getreuen Vasallen so eine schädlicheImpression hatte können einbringen / angesehen solche Grausamkeiten/undder edlenFrantzösifchen Freyheit so widerwärtige Regierung einzuführen/ihren Gedancken niemals vorkommen wären / auch dieftlbige in Ewigkeitnicht befangen würden ; Ja Ihre Majestäten versicherten zum Überfluß/daß der Frantzösische Adel und dessen Freyheit von allzu grosser WürdigkeitAnd der Krön Wort allzutheuerbaar wämr / als daß Sie trachten sollte/solche zu vertilgen / auszulöschen und unsichtbar zu machen. Derowege»begehrte Sie von ihnen diese Wolgefälligkeit / solche Gedancken aus ihrenGemüht zu löschen / und von Jhro Affection ein gerechtes Vertrauen dage-gen einzunehmen / in dieser Versicherung / zu welcher sie Dero Königl.Hostest verpfändete/möchten sie mit geruhigemGeistzuruckund nach Hau-sse sich begeben/ und dieser Zuversicht leben / baß Ihr kein grösser Fein-werde vorkommen können / als welcher sich mit so verdammlichen Veran-lassungen mögte angeben/ und Dero gerechten Zorn ^erwecken.

Die Stande erzeigten sich wegen dieser der Königin allergnadigste»Resolution und Antwort höchstens vergnügt/ und in der Meinung IhreVerrichtung gar wol ausgeführt/ und die Abfertigung nach Wunscher-langet zu haben/ reisete ein Jedwedersemen Weeg nach Haufe. OGott! 'wie vielfältig ist des Menschen Hertz / und wie unmugtich es / dessen zwi-schen den Fasten verborgene Gedancken zu erblicken /und zwar ohne Wun-der/ angesehen daffelbigevor der Menschen Augen »erborgen/ und in der

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