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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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Wie vurW -chs Mmtsterium des Lardinals

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Gedäues ist gelegen worden.

^AchdemTod Heinrici und währender Minorität- des Königs Lud-

»wigsdesDreyzehenden/ bliebe dieses grosse Vorhaben wiederum-stecken / bi^ daß nach dem Tod des Marchese d' Ancre/ welchen dieGewonheirder Königin zu solcher Aufgeblasenheit vermocht hatte/ daß der-selbigesichdurchden Gtantz der Hoheit blendenj lassen/und dreGedanckenzur Krön schöpften dörffrn/ wodurch ihme die verdiente Straffe zu Lohnwordenist/welche die Historien uns hinterlassen haben. Nachdem grausa-men Mord dieses hochmühtigen Ministers/ welcher den König vielmehrals einen Sclaven dann seinen Herrn angesehen/ und respechren wollen/tratt ins Ministerium der oberwehnte Richelieu / welcher mit contrairen'Maximen den Ehrgeitzes--Thron erstiegen/ und unter einer genommenenDemuhralkeS des ienigen sichangemasset/wessen sich einhochmühtigerodetEhrsüchtiger Staats - Mann von der Ober - Herrschung kan versprechen/ja man mag sich leicht dieses Ministers Gewalt und Vcrmögenheit einbil-den/ durch dieBetrachtung / daß in einer Reiß von Grenobte der Cardinalbey die hundert Gutschen vor sich hergehen hatte / und der König /welcherauf etliche Büchsm - Schüssesolgte / ward durch eine Gutsche einig und al-lein begleitet /und zwar durch einen Cavallieur/ welcher Ihr. Majest. die-se grosse Ungleichheit zu verstehen gab / und daraufzur Antwort bekame/eswurden sich die Zeiten verändern. Diesen Cardinal zehlen die Frantzösen'unter die vier berühmteste Verstands -Liechter seiner Zeit / deren Zahl erful-leten der König GustavusAdolphus/seinCantzler Ochsenstirn/ und derGroß- Cantzler Oshaiinsky in Pohlen / alles war ihme bey Höfe und in derMilitz so anhängig / daß wie hefftig ihn derKönig im Hertzen beneidete/ sei-ne Majestät dennoch seiner nicht loß werden kunte/also/ daß nachdem«sie auf denselben eine ungnad geworffen/ und eine Reise nach dem Pede-montesischen gethan/dieser schlaue Minister zurück blebe/sich kranck machte/und demMarchal vonGramont seinerCreaturen einer eine heimlicheComis-

wissend/daß dieser General mit den Königlichen Tröuppen nicht Basiantwäre /und asso die Schlacht verlieren würde/ wodurch der Hof in grosseNoht /und dieser Minister wiederum zu Gnaden / und durch seinen hohen 'Verstand das Unheil zu remediren notwendig und unvermeidlich in Er-snchung koMen müssen/ wie Wch geschahe/ dann der König wäre zu»