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Französische Staats-Regirung : welcher Gestalt selbige ehedessen von der herrsch-süchtigen Königin Catharina von Medices auf türckische Manier gegründet, hernach von den nachfolgenden Königen und deren Haubt-Ministern Richelieu, Mazarini und andern verbindlichst fortgesetzet : und bisshero von König Ludwigen dem Vierzehenden mit gantz unchristlichen, aus der ottomannischen Academie, denen alcoranischen Lehrsätzen gemäss, hervor gekommenen Maximen ausgerüstet, auch auf geschworne und verbindlichste Brüderschafft, den frantzösischen Unterthanen zum äussersten Ruin, in Ubung gebracht worden / auf das Kürtzeste von keinem Passionirten, jedoch aber der türckisch-frantzösischen Regierung wolerfahrnem Ehren-Gemüht beschrieben und mitgetheilet
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alföbald die Proben erwiesen/ durchJncarcerirung der pursten des Gi-bkuts/ welches denTurenne dahin bewegte / sich solcher DurchlauchtigenGefangenen anzunehmen / und mit Hülffe einiger Teutschen Völcker/welche die Frantzosen Schimpffs -weise Schwefel - Holtzer nenneten /dem Hof so bange zu machen/ daß der Cardinal aus Politik und Wol-anständigkeit / um dieses Feuer in seiner ersten Geburt zu ersticken / undden verhaßten Printzen / unter dieser doppelt-sinnigen Satissaction/einegrössere Nasen zu drehen / für eine kurtze Zeit relegirt ward / in welchemExilio gemeldter Minister sich vielmehr wie ein ausgeschickter klenixo»renriariuL verhalten/ in seiner Abwesenheit nicht minder durch seine Eor-respondentz/ als zuvor durch würckliche Gegenwart den Hof regieret/mitausländischen Fürsten Traktaten angesponnen hat/ und versolglich mit ei-nigen Trouppen glorieux und triumphierend/ ob wäre sein Abzug nur ei-ne Lust-Reise gewesen/ in Franckreich kommen / und wiederum in Pariseingezogen ist/ da dann alle Printzen sich mit ihm versöhnet/ und dieserlistige Staats-MannseinenCrediL inhöhere Autorität gebracht/ als zu-vor niemals»

Seim grosse Application / nachdem? alles in gute Ruhe gesetzt/wel-ches in. kurtzer Zeit geschahe/ Anerwogen dieUnvermögenheit der Fürstenbereits vor der Hand wäre/ legte sich auf die gärchliche Ausrottung dernoch übrigen Wurtzeln der Rebellion und Aufruhren»

Derowegen nach geschlossenem Frieden mit den Spaniern / vermit-telst der Vermahlung mit der Jnfantin/ und nach Zaumung der stoltzenStadtMarsiiien/ durch eine allda gebauete Citadella/ Einnehmung derStadt Avignvn / um Jhro Pabstliche Heiligkeit / Atepandrum den Vil»zur begehrten Satisfaktion/ wegen dessen durch den Frantzösischen Bot,schaffer zu Rom empfangenen Schimpfs zu zwingen / und nach Rasirungioder Schleiffung der festen Citadelle Oranien / wurden diese Puncten in-sonderheit beobachtet»

Erstlich mit einer grossen Macht alle Provmtzen des Königreichs zu:visitiren/ in welcher ReiseJhro Majestäten dero Vasallen und Untertha-nen chre Glory und Herrlichkeit sehen/ und sich formidabel machend/gleicheinen Gott furchten/ und verehren liessen» Zweytens in allen Provmtzendasjenige zu vertilgen/ welches dem Hof zu wider/und im Gegentheil ein-zusetzen/ was dessen Vochaben zur Beförderung helffen möchte / und zu-Aleich des Lands Vermogenheit/ Wesen und Lager wol auf- und einzu-nehmen. Drittens durch solche Züge das Volck zu pressen / und in Ar-muth zu bringen.

Nach diesem und auch wahrenden dieses/ hat man insonderheit sich'darauf gelegt/ um einen grossen Schatz an Geld zu sammlen/ worzuzwar'

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