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Erster Band.
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II. Wärme (Calor, Chaleur.)

Synonymen : Wärmesto ff ( Caloriaun , Calorique ) nach Lavolsier undden A ntiphlo (j istiker n\ Feu er, feurig e F1 ü s s i g k e i L {fluide ic/iie ) •Wärme erzeugende Flüssigkeit {fluide calorifique) Fcuermat'erie-feuriges »Fluidum ; verborgene Wärme. Wir verstehen hier unterWärme dasjenige , was in uns die eigenthiünliche Empfindung der Erwärmunghervorbringt. 1)

Hildebr and gieht über Wärme folgende Erklärung: Der Sinn des Ge-fühls giebt uns die bekannten Empfindungen, welche wir subjectiv Wärme undKälte, besser Empfindungen der Wärme und der Kälte nennen. Derselbe Sinn,aber auch der Sinn des Gefühls, 2) geben uns Vorstellungen von Wirkungendessen, was wir objectiv Wärme und Kälte nennen. Wir unterscheiden dabeisowohl bei den Wirkungen der Wärme und Kälte auf uns selbst, als bey denWirkungen derselben auf unsere und andere Körper Wärme und Kälte als ein-ander entgegengesetzt. Indessen zeigen sich uns , bei einer genauem Betrach-tung , diese mannigfaltigen Wirkungen der Wärme und Kälte nicht absolut ,sondern relativ entgegengesetzt, so dafs keine bestimmte Grenze zwischen Wärmeund Kälte anzugeben ist, sondern von der grösten uns bekannten Kälte es eineStufenfolge zu der grösten uns bekannten Hitze giebt. Wir sollten daher kei-nen Körper warm oder kalt, sondern wir sollten jeden wärmer oder kälter nen-nen , je nachdem wir ihn mit einem wärmern oder kältern vergleichen. Gemei-niglich benennen wir die Grade der Wärme nach unserer Empfindung, undnennen einen Körperwarm, der uns wärmer scheint als wir, kalt einen solchen deruns kälter vorkommt, als wir. Genauer unterscheidend nennen wir einen Körperwarm, der uns um weniges Avärmer scheint als wir, so dafs er uns eine

de la Chimie pnewnater/ue. Par Tifsier etc, ü Lyon. An. 12, 1801. — Neues allyem,Journal der Chemie. B. IV. He ft 5, V. 347. )l)Was unter specifi scher, absoluter relativer W arme, Capacität f Li r W ü r~me u, s. \v. zu verstehen sei, mu Cs man bei der Verbindung der Warme mit andernDingen suchen. Redact.

2 ) Die Behauptung, dafs die Wärme auf den Sinn des Gesteh's wirte, stutzt trat darauf, dafs die J/T"drme diKörper ausdehnt, und wir diese ^Ausdehnung durch dis Gesicht wahrte’.men tö neu. Mst Recht erinnert aber de rscharfsinnige Bartels (Grundlinien einer neuen Theorie- der Chemie und Physik. Hannover i8Q4-S. 61.)dagegen , dafs diese Meinung aus verworrenen Begriffen entstanden sin , indem das .Ausgedehntwec des der Körper,als eine Veränderung ihrer Gestalt, überhaupt gar nicht unmittelbar dem Aiuge wahrnehmbar sey , sondern erst mit-telbar, indem Licht und Schatten mit gewissen Seeleneindrücien vergliehen worden, die sieh auf einen durch dmKörper empfundenen mechanischen Widerstand zurüiführen lassen; durch die öftere Wiederholung dieser vergleichen-den Schlüsse werde das enge Gebiet der MugenvorsUllungen sehr e/weiteit, und so lerne erst das .Auge die Gestattsehen ; es trüge uns aber, wenn es sich dieses .Amt als ein völliges Fngenthum artm -.sse, de >n sein Lehrer darinnsei und sein Führer darin bleibe — das Gefühl. R e d a c t.