46 Wärme und Lien
W arme und L i c h t.
Die brechbarsten Strahlen des Lichts werden durch die geringste, und dieam wenigsten brechbaren durch die beträchtlichste Wärme zerlegt. ( Morganin Voigts Magazine f d. JNcucstc aus der Physik etc. B. IV. Stück 2. S. 149.)
Im gemeinen Leben nennt man das Phänomen , das mit Wärmen und Leuch-ten zugleich verbunden ist, Feuer. A Die Naturforscher hingegen verstehenunter dem Feuer das Element, die Ursache dieser Wirkung. ( Cavallo’s Ab-handlung über Luft, tcutsche Uebersctzung. Leipzig 1783. S. 18. und viele an-dere. )
Nach Bor ha ave giebt das Zusammensein von Wärme Licht und Farbe,den sinnlich wahrnehmbaren Character des Feuers. ( De igne in s. Elem. chem,B. I. S. 116. der Leipziger Ausgabe in 8.)
W ir wollen hier unter Feuer dasjenige verstanden wissen, was bei allensichtlich brennenden Körpern auf unsere Sinne wirkt. Das Feuer ist elastisch.(Ingen ho uss ins. vermischten Schrift. B.I.S. 41 der liebersezung von Mo-litor. IVieu 1784 ,- und viele andere. )
Marat (sur la lumiere p. 24.) sagt , die feurige Flüssigkeit ziehe dasLicht stärker an, als die Metalle vermögten.
Jede Flamme steigt in spitziger Gestalt auf. (Mayow in s. chemisch phy-siologischen Schriften von Kölln er übersetzt S. 170.) Nach Halle ( natür-liche Magie B. IV. S. 549 ) ziehen sich alle Flammen in eine Kegelspitze.Priestley sagt, ( Geschichte der Optik; Uebersctzung durch Kliigel B. II.S. 549 ) der untere Theil einer Lichtflamme sei immer blau, und wenn dieFlamme lang genug geworden sei, dafs sie eben zu dampfen anfangen wolle,so sei die Spitze allemal roth.
Erde gebunden würden. Er spricht ihm die Eigenschaft Körper zu durchdringen ab ,findet ihn blo r $ in den Poren derselben angehäuft, wie Wasser in einem Schwamme, undbestreitet die Meinung dafs es gebundenen Wärmestoff gebe.
Sehe Hing nimmt an, dafs Licht und Wärme an sich nicht verschieden sind , und dafsletztere blofs Modification des erstem sei. Nach Boutcriveck ist Wärme nichts andersals der chemische Moment der Bewegung, und es liegt ihr demnach kein eigener Stoffzum Grunde. (Die chemische Bewegung soll nicht in Raumverhältnissen erscheinen,wie die mechanische, sondern als'eine ganz eigene Art von Veränderung des empfinden-den Subiects selbst; übrigens demohngeachtet immer dieselbe Bewegung sein, die me-chanisch oder chemisch erscheint! — Reime wer da kann!)
Gassendi und seine Schule , so wie M,ay oiv und M us s chenb r o ck nehmen eine ei-gene kaltmachende Materie an, die das Phänomen der Kälte bewirken soll, die neuernNaturforscher verstehen aber gröfstentheils unter Kälte nur relativen Mangel der Wärme.