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Das entvölkerte und verarmte Spanien liegtin einer nicht.mehr zu verbergenden Ohnmacht.
ungestört den Wissenschaften, und durch diese dem Beste»der gestimmten Menschheit widmen zu können. Sehr un-gerne bewilligte ihm zwar die Königinn sein Begehren, «derder Tod ereilte ihn aufj der Rückreise in sein Vaterland,zu Rostock in dem sechzigsten Jahre seines thätigen, ruhm-vollen und gemeinnützigen Lebens. Unter den vielen Schrif-ten, mit welchen sein umfassendes, tiefes und fruchtbaresGenie die Welt beschenkte, sind unstreitig die Abhandlungrle^urs dslli etpacm. Die^rmslss etlüstoris äere-bus JelFiOis. Die IiistOriu Lotborum und der Trak-tat ckskmtchm'tste Keipubllcae IZutu^iegs b,'e Vor-züglichsten. Mit Siecht hat man die Annalen des Grvtiusmit jenen des Lacirns verglichen. Aber der Vvrwurf derDunkelheit, den man Erster» zu wachen pflegt, scheint nichtso ganz gegründet, sondern vielmehr von einer gewissen Vor,liebe für die Alten überhaupt herzurühren. Uebrigens sind
ja dunkel oder hell relative Begriffe. - Grvtius
opferte auch der Muse der Dichtkunst; aber die Tragedien,welche er schrieb, sind beynahe ebne allen poetischen Werth.Bedeutender sind seine theologischen Werke, deren er eineMenge hinterließ. Das Schwankende, Unsichere und Aengst-lrchcj, so man in denselben bemerkt, konntss dem Geist Grotr'us, der, frey von allen fesselnden Rebenrücksichten, nur nach--Wahrheit strebte, nicht entgehen. Er fieng also an, seinePrämissen zu bezweifeln und faßte zuletzt den Entschluß, z„der Römischen Kirche überzugehen. Der Tod, der ihn über-raschte, verhinderte die Ausführung dieses Vorhabens. Inseinem Buch äe imperio summnrum potcstutumcirca sscre, welches übrigens noch ganz in dem Geistedes Protestantismus geschrieben ist, findet man sehr gründ-liche Ansichten von der Nothwendigkeit eines allgememenOberHauptes der Kirche, so wie auch von dem wirklichen Vor-