aus dem Handel des Mutterlandes geöffneten Gebieten. Die Regierung bedient sich der Maatschappy für die
Ausfuhr der reichen Erzeugnisse des Indischen Archipels, hauptsächlich des Caffee's und Zuckers, deren Anbau die
Regierung als Monopol in großem Maßstabe betreibt.
Wenn wir in kurzen Zügen das großartige Bild zu entwerfen versucht haben, zu dem die Geschichte derholländisch-ostindischen Compagnie während der zwei Jahrhunderte ihres Bestehens Stoff bietet, so bekennen wirgerne, daß der Antheil, welchen die im Dienste der Compagnie gestandenen Schweizer an dieser Geschichte
genommen haben, ein sehr bescheidener war, ein Antheil, der für die Entwicklung der Ereignisse keineswegs schwer
in die Waage fiel. Dennoch ist es nicht ohne Interesse, einen Blick auf die Schicksale dieser Schweizer zu werfen,insoweit als sie zu unserer Kunde gelangt sind. Unter den einzelnen Söldnern, die sich in Holland für dieNationalbataillone der Compagnie hatten anwerben lassen, begegnen wir einigen in Zürich wohlbekannten Namen; andie Geschichte des Regimentes Mcuron knüpft sich hinwieder die Erinnerung an einen Mann, der später zu euro-päischer Berühmtheit gelangt ist. Es ist dies der preußische Feldmarschall Gras Vork von Wartenburg,welcher als Compagniecommandant im Regiment Meuron den Feldzug von 1783 gegen die Engländer in Indienmitsocht und die Erfahrungen im kleinen Kriege und im zerstreuten Gefechte, die er während seines Aufenthaltesaus der Insel Ceylon sammelte, später im Dienste seines Vaterlandes in hervorragender Weise zu verwerthen wußte.
II. ßine zürcherrsche KawikiengeschichLe.
Während es heutzutage bei den wohlhabenden Classen der Gesellschaft zur Bildung der männlichen Jugendgehört, mit dem 19. oder 20. Altersjahre auf Reisen zu gehen, eine Universität zu beziehen oder in der Fremdefür einige Jahre eine berufliche Anstellung zu suchen: war es im achtzehnten Jahrhundert bei manchen angesehenenFamilien Zürich's Sitte, ihre Söhne für einige Jahre als Offiziere in den kapitulirten Regimentern Kriegsdienstthun zu lassen. Nicht nur für junge Männer, die sich nachher dem vaterländischen Staatsdienste widmen oder ihreLandgüter bewirthschaften sollten, griff man zu diesem Mittel; auch Kaufleute schlugen zuweilen diesen Bildungs-gang für solche ihrer Söhne ein, dse zur Fortführung des väterlichen Geschäftes bestimmt waren. Man wähltezu diesem Zweck vorzugsweise das 1717 gegründete zürcherische Standesregiment in holländischem Dienste aus; dievierjährige Dienstzeit bei demselben erschien gerade lang genug, um die jungen Männer die Welt etwas kennen lernenund ihnen die gewünschte Politur angedeihen zu lassen. Seit der Generallieutenant Hans Conrad von Escher(viäs Neujahrsblatt von 1875 S. 17) bei dem Regimente, das von 1755 an dreißig Jahre lang seinen Namentrug, eine straffe Disciplin und die stete Ueberwachung der Subaltern-Offiziere von Seite ihrer militärischen Obereneingeführt hatte, pflegte man es dem holländischen Dienste nachzurühmen, daß er die jungen Männer an Zucht,Ordnung und geregelte Thätigkeit gewöhne, mochte letztere auch von sehr einseitiger Art sein. Ausschreitungennach verschiedenen Richtungen, wie sie im französischen Fremdendienste oft vorkamen, waren in Holland wenigerhäufig; ungerathenc Söhne fanden beim zürcherischen Standesregiment v. Escher nur schwierig Aufnahme. Wennes Dank hoher Protektion von der Vaterstadt aus dennoch geschah, so fehlten anderseits die Beispiele dafür nicht,daß ein unverbesserliches Subjekt kassiert wurde und sich's gefallen lassen mußte, als Cadett mit Corporalsrang ineines der geworbenen National-Bataillone der holländisch-ostindischen Compagnie gesteckt zu werden, oder, wie manzu sagen pflegte, „sich an die Compagnie verkaufen zu lassen". Die Uniform versah dann allerdings die Stelleeiner Zwangsjacke, selbst da noch, wo bei einer solchen „Versorgung über's Meer" ein Herr aus gutemHause offiziersmäßig gekleidet und auch sonst besser gehalten wurde als Leute geringer Herkunft. Mit einem solchenungerathenen Sohne hat es nun allerdings unsere Familiengeschichte zu thun; wenn wir uns indessen gewöhnt