i 6 Lib. I. Cap.I. Von dem Ursprung und Verordnung _
dank was ist die Ursach des so grossen Verlusts von etlichen 8eculis her?nichts als der Teutschen Uneinigkeit und OiKcientz / welche mehrentheilsaus einem unzeitigen Religions-Eifer/ und dann/ daß immer einer grösser a!Sder andere seyn und werden wollen / entstanden/und zwar also / daß endlichein Sprichwort worden: Daß/ wer sich unternehme die Teutschen zu ver-gleichen/ und in Einigkeit zu bringen/ der werde so viel esseÄuiren/ als wanner einen Mohre,, durch Abwäschen weiß machen wollte. Und diesesalso lang im Schwang gegangenen Lasters haben sich die Türcken undFranyosen gar wohl bedienet / und unter so wahrendem Zanck/ Neid undWiderwärtigkeiten / nicht wenig Länder/ Städte/ undVestungen ansich gezogen / derentwegen diejenige Reichs-Stände/ welche dieser Aus-lander Gewalt also mächtig helffen machen/und an deren5tabisirung schul-dig seynd/ sehr schwere Verantwortung aufsich haben; dann sie doch das-jenige/was sie zu erhäschen vermeynet/nicht erlanget haben; sondern das Wi-drige verspühren müssen / welches leider! die in abgewichenen Jahren voc-gangene Exempel und die tägliche Erfahrung bezeugen. Dieses haben auch/mit ihrem Untergang die Scadre in Griechenland erfahren/welche/nach-dem ein jede allein regieren/Herr seyn / und diekleinern den grossem Städtennichts nachgeben wollten/ und jede die Freyheit suchte/ sehen müssen/daß siezugleich um dieselbe kamen/und von dem arglistigen Macedo Nischen KönigePhilippo, ben ein und anderer Theil zur Hülffrüstete / nach und nach über-wältiget/ und unter seinen Gehorsam gebracht wurden. Haben wir dem-nach/wann mansrecht erwägen und überlegen will/ein Reich/ das/wannes seine Kräfften zusammen hält/ und die Stände oder Glieder ihrem Haubtgetreulich/ und ihren Pflichten nach (wie jetziger Zeit/ mittels GöttlicherGnaden-Hülff/wider Frankreich und dessen AlJiirfe beschicht) assistiernwollten/ so mächtig/ starck und herrlich/ daß es andern in dem Erdenkreißsich befindenden Monarchien und Königreichen weit überlegen ist/und bevorthut; dann der Churfürsten und Stände Macht und Gewalt ist sehr groß/und so viel als Stande/so viel auch edle Gesteine sich in ilia imperii purpu-ra enthalten und begriffen befinden; dahero Kayser Carl der V.zu sagen pfle-gen: Se aliis in regnis ac ditionibus, mancipiis & fervis, at in Germanialiberis ac regibus imperare. Und der Kayser Maximilianus I. sagte:Regem Hispanis esse Regem hominum, Regem Gallis asinorum, Bri-tannis Regem diabolorum , se verö Regem Regum. Und in Warheit/diese Herrlichkeit und den Gewalt bestätigen und besteiffen genug die andernRöntge / und dann der denen Reichs-Ständen concedirte Gewalt/Macht und Herrlichkeit/ nicht nünder die Ehre/ Majestät und Würde derUntergebenen/ worauf eines Römischen Raysers höhere Gewalt/ und
mehrere