Band 
Erster Band
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Dom Gregor Tarisse.

Lhaberts mit seinem Freunde bemerkte er an ihm ei.nen großen Geist und glaubte, es fehlte ihm bloß amLatein, sonst könnte er der Kirche einst große Diensteleisten. Er eröfneke ihm seinen Gedanken und brachteihn zu dem Entschluß ins Collegium nach Rhodez sichzu begeben. Den Tag vor seiner Abreise ließ er zweyhölzerne Kreuze an den beyden Straßen zu Cessenonaufrichten, deren eine nach Beziers und die anderenach Castres gehet, damit er bey Erblickung dieserbeyden Kreutze die Reisenden erinnern möchte, dasLeiden des Heilandes zu verehren. Die göttliche Vor.sehung leitete ihn in ein Hauö zu Rhodez, wo JeairDarris sich aufhielt, welcher nachher auf der Univer-sität zu Paris sehr berühmt wurde, wo er der ersteöffentliche Lehrer des geistlichen Rechts wurde. Sieverbanden sich beyde mit einander durch eine solcheFreundschaft, die sich nicht anders als mit dem Lebenendiget.

Da sich Tarisse, der damals ohngefahr drey.ßig Jahr alt war , in das Collegium kam, so wuroeer nur in die letzte Classe gesetzt zu werden für tüchtigerkannt. Das wenige Latein, das er in seiner zar-testen Jugend zu Albigelernet hatte, ließ ihm nichtsals nur eine geringe Erkenntniß von den Anfangs,gründen dieser Sprache übrig. Er nahm aber darin»so schnell zu, daß er binnen zwey Jahren sich imStande befand , die Weltweisheit zu siudiren. Da-mals kam er wieder zurück nach Cessenon mit seinemFreunde Darris , welcher ohne Zweifel viel beygetra.gen, daß er es so bald so weit gebracht hatte. Nach«dem sie einige Zeit sich daselbst ausgehalten, so besuch«ten sie den Prror zu Roquebrune, ihren guten Freund,welcher sie bey sich behielt, und Gelegenheit nahm, mitihnen eine Akademie des geistlichen Rechts zu errich-ten; in welcher Wissenschaft Darris schon sehr be«

wandert