Band 
Erster Band
JPEG-Download
 

146 Dom Iumilhac.

Leib durch die Busse und strenge Lebensart geschwächekwurde; so schickte man ihn im folgenden Kapitel alsPrior nach St. Fiacre, als zu einem ruhigen Ort,wo er, von den mühsamsten Uebungen befreyet, seineKräfte wieder sammlen könnte.

An allen Orten, wo er Superior war, gab erMerkmaale seiner Genauigkeit für die Beobachtungder Regeln, deren geringste Ueberschreitung ihm vielAngst verursachte. Ob er gleich eine erhabene Ge-burt hatte, so war er doch sehr demüthig und beschei-den. Nie redete er von seiner Freundschaft noch vonseinen Verwandten; er besuchte sie auch sehr selten,wenn er sich zu Paris aufhielt, wo verschiedene der-selben ihren Aufenthalt hatt-n. Da er wegen seineshohen Alters und strengen Lebensart schwach geworden,so bat er das Generalkapitel von 1666. ihm die Wür-de eines Obern abzunehmen. Seine Bitte wurde ihmverwilliget, und das Kloster von St. Germain desPres wurde ihm zum Aufenthalt angewiesen. Da-selbst verfth er das Amt eines Unterpriors, und gabdabey große Beyspiele der Bescheidenheit, der De-muth, des Gehorsams, der Klosterzucht und allerTugenden.

Da die Obern sahen, daß seine Gesundheit wie-derhergestellet war, so wollten sie ihn wieder zu Aem-tern brauchen; er entschuldigte sich aber allezeit undbat inständig, ihn seine Tage als ein bloßer Ordens-mann endigen zu lassen, damit er desto mehr Zeitge-winnen möchte, sich zum Tode zu bereiten. Er schick-te sich täglich dazu , als ob ein jeder Tag der letzte sei-nes Lebens wäre. Seine letzte Krankheit daurete dreyWochen, in welchen er die letzten Sakramente empfiengmit einer großen Gegenwart des Geistes und lebhaftenGesinnungen der Gottseligkeit. Auf St, Benedikten-tag, davon er den Namen führte, wünschte er noch

einmal