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Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich IV.
ches Herzog Carl Emanuel von Savoyen mitten im Frieden unter Hein-richs III. Regierung während der Ligistischen Händel an sich gerissen hatte;er kommt nach Frankreich, einen Versuch zu thun/ des Königs Forderungzu vereiteln.
l6(X).
Dieser Herr erhalt nichts wegen des Marquisats Saluzzo / und derKönig kündigt ihm den Krieg an / worauf er in z. Monaten Bresse undSavoyen verliehest. Eonferenz zu Fontainebleau wegen des dü plefsisMornai Buch/ IlMtutionösl'Ludltarjüie; hierbei) erhielt der Cardinaldu Perron den Sieg.
Der König vermählt sich zu Lyon mit Marien von Medicis / und gabihr die Frau von Guercheville / welche er vergebens liebte / zur Ehrendame,wobey er sich gegen sie äusserte; weil sie wahrhaftig eine Ehrenda-me sind, so mögen sie es von der Aömgin seyn. Bey der Her-zogin von Mantua und der Prknzeßin von Conde hatte er eben so wenigGlück. Prinz Moritz von Nassau gewinnet die Schlacht zu Nieuportgegenden Erzherzog Albrecht von Oesterreich.
Edict wegen des Steuerfuses / wonnnen der König verfüget / baß inZukunft das Kriegswesen nicht mehr adele / auch daß so gar derjenige nichtfür recht adelich gelten solle/ welcher nicht vom Jahre is6z. d. i. von denFranzösischen Religionskriegen an, im Kriege gedienet hatte. Dieser Ar-tikel bedarf einer Erläuterung. Alle Homwe8 ck armes waren zu LudewigsXU. Zeiten von Adel, darunter-verstund man diejenige, welche die Lom-yagms« ä'rwäonnance ausmachten, man muß aber unter den damaligenEdelleuten keine Altadeliche verstehen, sondern es war hinlänglich, daß einMensch bürgerlichen Standes das Kriegswesen trieb, ohne eine andere Ver-richtung auf sich zu haben ; Mit noch meheerm Rechte war es hinlänglich,wenn dieser ausser dem Adel gebohrne Mensch ein adelich Lehen besaß, so ermit dem gehörigen Dienst verrrüt, d. i. er muste für "einen Adelichengehalten zu werden seinem Lehenherrn in den Krieg folgen; mithin gab mansich damals nicht selbst den Adel, und hatte weder einen Adelsbrief von Für-sten , noch Aemter, um adelich zu werden, nöthig. Ein Altadelicher undder vornehmste Edelmann seines Geschlechtes, hiesen gleich gut Edel-leute