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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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17. abo 6 6.Beispiele:

652

L, Seid lustig und fröhlichIhr Handwerksgesellen,

Denn es kommt die Zeit,

Die uns all erfreut,

Sie ist schon da.

(Handwerksburschenlied. Kretzschmers Volkslieder I. 428.)

k>. O du Deutschland, ich muß marschieren,

O du Deutschland, ich muß fort;

Eine Zeitlang muß ich scheiden,

Eine Zeitlang muß ich meidenMein geliebtes Vaterland.

(Volkslied: das Vorbild des in Nr. 10 S. 649 erwähnten Arndtschen Schemas.)

18. ade ä 1i.

^ ' Nach Osterland will ich fahren,

Da wohnt mein süßes Lieb;

Über Berg' und über Thale,

Schier über die Heide, "

Da wohnt mein süßes Lieb.

(Berühmtes altd. Volkslied; aus Wolffs altholländ. Volksliedern S. 25.)

Hier sitz' ich auf RasenMit Veilchen bekränzt,

Hier will ich auch trinken,

Bis lächelnd am AbendMir Hesperus glänzt.

(Schmidt in Menzel, Ges. d. Völker S. 664. Vgl. auch Chamissos Lebenslieder.)

19. n a k o ä.

Beispiel:

Ich reit einsmals zu Braunschweig aus,

Da sah ein feins Meidlein zum Fenster ausMit ihren braun Äuglin klare,

Ein solchs brauns Meidlin muß ich hau

Es kost recht was es wölle. (Uhlands Volkslieder Nr. 154.)

20. a b e Z s. (König Oskars Bildstrophe.)

Diese reimlose özeilige Strophe kann man in die Kategorie der reimlosenOdenstrophen rechnen. Beispiele finden sich bei Rückert wie besonders in denGedichten des Königs Oskar II. von Schweden w. (vgl. § 193).

Als Beispiel vgl. H 195. S. 617 Das Bild, ferner Rückerts Ges. Ausg.1. 239, sowie nachstehende Strophe aus Görres' Voksliedern S. 190: