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Platen (Endymion), Ad. Glaser (Grabschrift), Will). Müller (Ungeduld undLst bist), Fr. Oser (Dein Grab), Rob. Prutz (Die Oceaniden), Albin Rheinisch(Die Blume von Trebisond), Emil Rittershaus (Zu Hilfe 1866), Kopisch(Der große Krebs rc.), Gust. Schwab (Das Gewitter), Ferd. Stolle (Mutter-gebet), Arndt (Was ist des Deutschen Vaterland), Mahlmann (Der VaterMartin), Aug. Stöber (Der Wasgau), Geibel (Sehnsucht), Wolfgang Müller(Mein Herz ist am Rheine), Diessenbach (O Zauber), I. P. Hebel (Der Winter),Gottfr. Keller (Pietistenwalzer), Bvrnemann (Kartüffeln). Vgl. auch Görres'Volkslieder S. 115 (Altdeutsches Wächterlied) rc.
Beispiele:
Ich blick' in mein Herz und ich blick' in die Welt,
Bis vom Auge die brennende Thräne mir fällt;
Wohl leuchtet die Ferne mit goldenem Licht,
Doch hält mich der Nord — ich erreiche sie nicht —
O die Schranken so eng, und die Welt so weit,
Und so flüchtig die Zeit! (Geibel, Sehnsucht.)
Die Stadt Mohrin hat immer Acht,
Kuckt in den See bei Tag und Nacht.
Kein gutes Christenkind erleb's,
Daß los sich reiß' der große Krebs!
Er ist im See mit Ketten geschlossen unten an,
Weil er dem ganzen Lande Verderben bringen kann.
(Kopisch.)
Es geht durchs Land der Schrei der Not; er will an jeden Busen klopfenFür heiße Wunden, purpurrot, — o, gebt der Liebe Balsamtropfen!
Für arme Kinder, blaß und krank, — o, füllt die kleinen Kinderhände!
Dem Weib, dem der Ernährer sank, — o, reicht des Goldes Segensspende!Zum Himmel hallt ein Jammerschrei von Herzen, die in Schlachten brechen. —Nun schweigt die Stimme der Partei, nun hat das Herz ein Recht zu sprechen!
(Emil Rittershaus.)
8. u 5 s, u U 5.
Eine äußerst seltene Strophensorm, die nur 2 Reime in schöner Ver-schränkung hat. Voß wendet dieselbe verständnisvoll in „Freude vor Gott"wie im nachstehenden Beispiel an.
Beispiel:
Erstrebtest du dir edles Lob,
Von edlem Geist durchdrungen:
Bald unterdrückt dich, wer erhob;
Dein Freund und Bruder härmt sich drob,
Daß wohl dein Werk gelungen,
Und lobt mit fälschen Zungen. (Voß.)
9. u s, k 6 l) 6.
Dieses Schema unterscheidet sich von Schillers Polykratesstrophe (Nr. 6S. 657 d. B.) nur durch Umkehrung der beiden letzten Zeilen. Rückerthat es in seiner Schi-King-Übersetzung gebraucht. (Vgl. Schi-King S. 109,Lied vom schönen Jäger.) Sonst finden sich gute Gedichte in dieser Strophe