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Deutsche Poetik : Theoretisch-praktisches Handbuch der deutschen Dichtkunst nach den Anforderungen der Gegenwart / von Prof. Dr. C. Beyer
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Beispiel:

Von dem persischen Psiihl in dem PurpurgezeltSprang säbelumgürtet der Herr der Welt;

Wie die Schlünde der See bei des Nordsturms Nah'n,

So ertosten die Thale von Hindostan,

Denn der Mogul ritt zum Jagen.

Und es tanzte der Hengst über knirschenden Sand,

Doch schwer hin stampfte der Elefant,

Wie ein Wandelgebirg, mit dem Turme geschmückt,

Und des Turmes Gebälk war lanzengespickt,

Und sein Dach mit Schilden beschlagen. (7 Strophen.)

(Strachwitz, Die Jagd des Moguls.)

10. s. L k o e d ä s ä 8. (König Ludwigs Künstlerstrvphe.)

Diese bereits von Gottfr. v. Nifen (Hagens Minnes. I. 52. 22), fernervon Jakob v. Warte (ebd. I. 66. 2 und 3) angewandte Strophe hat Schillerin Das Ideal und das Leben sowie An die Freunde, Körner in Aspern, undder als Dichter weit zu wenig gewürdigte große Wittelsbacher König Ludwigvon Bayern in seiner so schönen, dreigeteilten Dichtung An die Künstler neuzur Bedeutung gebracht. Wir ehren das Gedächtnis des fürstlichen Dichters,indem wir der Strophe seinen Namen verleihen.

Beispiel:

Aus der Erde engem dumpfem ThaleSchwingt es euch zum hohen Ideale,

Zu dem Blütenreich der Phantasie.

Kaum berühret das gemeine LebenEuer himmelwärts gekehrtes Schweben,

Seligkeit empfindet ihr schon hie.

Freudig siehet, wie's um sie gestaltet,

Eure glühende Begeisterung,

Glückliche, die niemals ihr veraltet!

Ewig bleibt der Künstler froh und jung. (6 Strophen.)

(König Ludwig von Bayern, An die Künstler.)

11. u u k o e b cl 6 6 U.

Wir finden diese Strophe bei dem Thüring (Hagens Minnes. II. 27. 7),bei Nitbart (ebd. II. 100. 2), bei Kost zu Same (ebd. II. 133. 7), beiFriedrich dem Knecht (ebd. II. 169. 2), bei Johannes Hadloub (ebd. II.279. 2), bei Rumsland (ebd. II. 367. 1), endlich bei Gottfried v. Nifen(ebd. I. 49. 17).

12. a k g. k o ä s e <1 s.

Beispiel: Die Unbefangenen von Annette Droste-Hülshoff.

13. n 1» u b L ä ä L 6 6. (Marseillaise-Strophe.)

In dieser von Ulrich von Wintersteten (Hagens Minnes. I. 172. 45)gebrauchten Form dichtete Paul Gerhard sein allbekanntes Kirchenlied: Sollt'ich meinem Gott nicht singen? Sie ist auch das Schema der weltbekanntenMarseillaise.

Beyer, Deutsche Poetik. I.

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