Band 
Erster Band.
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Einleitung.

Ueberzeugung geschworen. Kaum erreichte er also ftinVaterland wieder, als er gegen alles, was er in Ge-genwart der römischen Prälaten glaubte, fcyerlich pro-testierte, und öffentlich bewies, daß er zur Beschwörungeines Eides, den sein Gewissen verwarf, durch Dro-hungen und Schmeicheleien gezwungen worden sey.Zwar mußte er nach zwanzig Jahren abermals unterHildcbrands Regierung seinen Irrthum abschwören;aber er blieb nur so lange orthodox, als er in Romwar. In Frankreich behauptete er bis an sein Lebens-ende , daß die reale Gegenwart Christi in dem vomPriester konsekrirten Brod und Wein aus dem WorteGottes und seiner Apostel nicht erwiesen werden könne-

Achtes Kapitel.

Veränderungen im pänirenzwesen. Entstehungder Lköstcrcxemtionen. Verfall der Kirchen-zucht. Sitten und Lebenswandel der Christen.

Unwissenheit und Streitsucht von der einen, Eigen-sinn und Despotismus von der andern Seite habenallerdings dem dogmatischen Lehrbegriffe der Kirche invielen wesentlichen Grundsätzen eine Gestalt gegeben,die durchaus mit dem Dogma der ersten Jahrhundertekeine Aehnlichkeit mehr hatte. Aber der aus diesenVeränderungen entsprungene Nachtheil war bey weitemso groß nicht, als der Schaden, den die christlicheKirche von einer andern Seite her in Beziehung aufden praktischen Theil ihrer Religion gelitten hat.

Das Pönitenzwesen, oder, was gleichviel gilt, dieSittenverbesserung der Christen mußte unstreitig als dieHauptsache alles dessen, was unter Religion verstandenwerden kann, angesehen werden. Hierauf haben auchdie ersten Christen ihr vornehmstes Augenmerk gewen-det, und in dieser Hinsicht dem Bußwesen eine vor-