An Personen.
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An Personen.
Zuschriften und Erinnerungsblätter.
Dem Herzog Carl August
bei beffen Besuch auf bei» von Steinischen Rittergute Kochberg über-reicht von Goethe, in der Verkleidung eines Lanbmanns,
(Etwa 1778.)
Durchlauchtigster!
Es nahet sich
Ein Bäuerlein demüthiglich,
Da Ihr mit Euerm Roß und HeerZum Schlosse thut stolziren sehr.
Gebt auch mir einen gnädigen Blick!
Das ist schon Unterthanen Glück;
Denn Haus und Hof und Freud' und LeidHab' ich schon seit geraumer Zeit.
Haben Euch sofern auch lieb und gern,
Wie man eben lieb hat seinen Herrn,
Den man wie unsern Herr Gott nennt,
Und ihn auch meistens nicht besser kennt.
Geb' Euch Gott allen guten Segen,
Nur laßt Euch seyn uns angelegen;
Denn wir bäuerisch treues BlutSind doch immer Euer bestes Gut,
Und könnt Euch mehr an uns erfreunAls an Pferden und Stuterei'n.
Dieß reich' ich Euch im fremden Land,
Bliebe Euch übrigens gern unbekannt.
Zieht ein und nehmet Speis' und KraftIm Zauberschloß in der Nachbarschaft,
Wo eine gute Fee regiert,
Die einen goldnen Scepter führt,
Und um sich eine kleine WeltMit holdem Blick beisammen hält.
Seb. Simpel.
An den Herzog Carl August.
Abschied
im Namen der Engelhäuser Bäuerinnen.1786.
Ist es denn wahr, was man gesagt?Dem lieben Himmel sey's geklagt! —Verlässest Du die Königsstadt,
Die Dir so viel zu danken hat?
Denn bis zu uns nach EngelhausErschallet lang Dein Ruhm heraus,Daß Deine Freundlichkeit und Gnad'Allen dreifach gesegnet das Bad:
Denn nicht der Pole freut sich Dein,
Es freut sich nicht der Jud' allein;
Es freut sich Dein auch jeder Christ,
Daß Du so mild gewesen bist.
Und wer das nicht erkennen wollt',
Für einen Heiden gelten sollt'.
Doch die nach Dir am meisten schaun,Sind gewiß alle schöne Frau'n,
Die Du, o edler Brunnengast!
Löblich und fein gewartet hast;
Die beißen alle mit VerdrußAuf's Muß als eine harte Nuß.
Es scheinet ihnen alles alt,
Das Thal zu weit, der Sprudel kalt;
Ein Strom aus ihren Augen quillt,
Der ärger als die Tepel schwillt;
Und flöß' der Strom den Berg hinaus,
Er hielte Dich im Reisen auf.
In deren Namen stehen wir,
Von Engelhaus die Nymphen, hier,
Und wünschen Dir zur frühen ZeitVon allen Heiligen das Geleit.
So viel Kanonenschüsse geschwindVor'm Elephanten gefallen sind,
So manchen Fall G.y erzählt
Und keuscher Frauen Ohren quält,
So manche Collatschen man früh und spatBei dem Churfürsten gebacken hat,
So vielen Segen nimm mit fortVon dem heilsamen schönen Ort;
Und wie vom heißen SprudeltriebDir niemals was im Leibe blieb,
So laß in Deines Herzens SchreinDie Freunde desto fester seyn!
Zueignung
an
Prinzessin Caroline von Sachsen-Meimar-Cisenach
lspäter vermählte Erbgroßherzogin von Mecklenburg-Schwerin).O-tob-r 1807.
Dieses Stammbuch, wie man's auch nimmt,
War eigentlich für 'nen Studenten bestimmt,
Der es, auf akademischen Pfaden,
Sich wählen sollt' aus Hertel's Laden;
Wie ich's denn auch — nicht guter Ding' —
Aus der hübschen Frau Hertel Hand empfing.