Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Alles an Personen und zu festlichen Gelegenheiten Gedichtete enthaltend.

Denn guter Dinge konnt' ich nicht seyn:

Wir waren schon in den October hinein,

Und Preußische Schaaren allzumalZertrappelten uns Berg und Thal,

Und damals war noch nichts verloren.

Ich kraute mir aber hinter den OhrenUnd setzte mich, wie vor alter Zeit,

Wieder an des Thales Wirklichkeit,

Und wollte knhnlich mich erdreisten,

An der Saale das auch zu leisten,

Was an der Tepel ich trieb im Spiel;

Das war nun freilich gar nicht viel.

Kaum hatt' ich aber ein Paar Pappeln gezeichnetUnd ein paar Berge mir angeeignet,

Da brach die Sündflnth auf einmal herein:

Es hätte nicht können schlimmer seyn.

Wie aber nach dem jüngsten Gericht,

Was vorgeschah, auch wieder geschicht,

Und über Wolken und unter FlammenFreunde und Feinde kommen zusammen,

Und überall im höchsten ChorJeder Heilige, nach wie vor,

Hebt und trägt sein Marterinstrnment,

Woran man ihn allein erkennt:

So werd' ich auch wohl in Abraham's SchooßBleistift und Pinsel nicht werden los;

Bei vieler Lust und wenig GabenWerd' ich doch nur gekritzelt haben.

Doch sey dem allen, wie es sey,

Kein Blatt im Buch ist überlei,

Auf beiden Seiten manche beschriebenUnd so nichts weiter übrig blieben,

Als daß Du glaubst, das viele Papier,

Was auch drauf stehe, gehöre Dir.

Und dazu hast Du Fug und Macht,

Immer war Dein dabei gedacht.

So steht Dein Bild auch klar und glattIn unserm Herzen auf jedem Blatt,

Und Liebe bleibt zu unserm GewinnEin beßrer Zeichner als ich bin.

Ihre Kaiserlichen Hoheit

der Frau

Erbgroßherzogin von Sachsen-Wrimar-Lisenach.

Zu würdiger Umgebung Deines Bildes,

Wie es mir immerfort im Geiste waltet,

Wählt' ich in Tagen, wo der Frühling schaltet,

Des Gartens Blumen, Blumen des Gefildes.

Dann schien der Rand des Achilleischen Schildes,

So reich er war, nicht reich genug gestaltet;

Ja, würd' ein Purpurteppich umgefaltet,

Darauf gesä't der Sterne blendend Mildes.

Nun aber wird ein zierlich Heft geschmücket,

Ein treuer Diener widmet's Deiner Hoheit,

Und Du vergönnest mir die erste Weihe.

Wie sprech' ich aus, wie sehr mich das beglücket!

Jetzt fühl' ich erst in neubelebter Frohheit:

Die schönsten Kränze winden Lieb' und Treue.

Derselben;um Geburtstage

am 16 . F-Hrucr 1812 .

Wer Marmor hier und Erz und Elfenbein erblickt,Und was noch sonst von Stoff die edle Kunst beschickt,Der denkt: Wie möchten wir mit emsigem FleißUnd treuem Sinn das alles umgestalten,

In tausend Bildern Ihren hohen PreisUnd unsre Liebe zu entfalten!

Die Blumen, in den Wintertagen,Versammeln froh sich hier zu Hanf,Mit heitern Blicken uns zu sagen:An Ihrem Fest blüht alles auf.

Dem 30. Januar 1814,

dem Geburtstage der Großherzogin Louise.(Bei Anwksenheil der Kaiserin Elisabeth, Gemahlin Alerander's I.)

Von Osten will das holde LichtNun glänzend uns vereinen,

Und schönre Stunden fand' es nichtAls diesem Tag zu scheinen.

Vorüber führt ein herrliches GeschickErhabne Helden, hochverehrte Frauen;Nun fesselt uns des heut'gen Tages Glück,Als Bleibende Dich unter uns zu schauen.

Soll auch das Wort sich hören lassen?Der Tag ist schön, der Raum ist klein;So mag die Inschrift kurz sich fassen:Ein Herz wie alle, sie sind Dein.