An Personen.
459
Zum 2. Februar 1824.
dem Geburtstage des ErbgroßherzogsCarl Friedrich. ^
Man ist gewohnt, daß an den höchsten TagenZum Herrscherthum sich alle VölkerschaftenNach eigner Weise zuversichtlich wagen,
Mag seltsam auch der Schmuck an ihnen hasten;Wie denn das Aeußre sey von Pelz und Kragen,Man sieht hindurch die innern Eigenschaften:
Hier bringt nun ein Corsar, zum Schein verwegen,Einsiedlerischer Zelle stillen Segen.
Jhro Kaiserlichen Hoheit
Großfürstin Alexandra. °
Der Frühling grünte zeitig, blühte frohNarciss' und Tulpe, dann die Rose so;
Auch Früchte reiften mit gedrängtem SegenDer nah- und nähern Sonnenglnth entgegen;
Sie zierten wechselnd längst ersehnte ZeitUnd schmeichelten der tiefsten Einsamkeit.
Da stellte sich dem Hocherstaunten darEin hehrer Fürst und Jugend Paar um Paar,
So gut als lieb, ehrwürdig und erfreulich;
Der innre Sinn bewahret sie getreulich,
In Frühlings-, Sommer-, Herbst - und WintertagenDie holden Bilder auf und ab zu tragen.
So kann er dann, bei solcher Sterne Schein,
Auch wenn er wollte, niemals einsam seyn.
Äem Großherzog Carl August
am Weihnachtsabend 1822,
mit einer Sammlung Gedichte auf die Gründung der neuenBürgerschule. ?
Bäume leuchtend, Bäume blendend,
Ueberall das Süße spendend,
In dem Glänze sich bewegend,
Alt- und junges Herz erregend —
Solch ein Fest ist uns bescheeret,
Mancher Gaben Schmuck verehret;
Staunend schaun wir auf und nieder,
Hin und her und immer wieder.
Aber, Fürst, wenn Dir's begegnet,
Und ein Abend so Dich segnet,
Daß als Lichter, daß als FlammenVor Dir glänzten allzusammenAlles, was Du ausgerichtet,
Alle, die Du Dir verpflichtet:
Mit erhöhten GeistesblickenFühltest herrliches Entzücken.
Demselben.
zum »tuen Jahre 1828.
Fehlt der Gabe gleich das Neue,Sey das Alte nicht veraltet,
Wie Verehrung, Lieb' und TreueImmer frisch im Busen waltet.
Sey auch noch so viel bezeichnet,Was man fürchtet, was begehrt,Nur weil es dem Dank sich eignet,Ist das Leben schätzenswerth. "
Jhro Hoheitter
Prinzessin Marie von Zachsen-Weimar-Cisenach.
Mit Raphael's Gärtnerin.
Zum 3. Februar 1820.
Sanftes Bild dem sanften BildeUnsrer Fürstin widmet sich;
Solche Ruhe, solche MildeImmerfort umschwebe Dich!
Denn ein äußerlich Zerstreuen,
Das sich in sich selbst zerschellt,
Fordert inneres Erneuen,
Das den Sinn zusammen hält.
Aus dem bunten WeltbeginnenWende Deinen holden Blick,
So vertrauenvoll nach innen,
Wie auf's heilige Bild zurück.
Jhro Hoheit
der
Prinzessin Auguste von Sachsen-Neimar-Eisenach.
Mit Elzheimer's Morgen.
Aurora, zum 30. September 1820.8
Alle Pappeln, hoch in Lüften,
Jeder Strauch in seinen Düften,
Alle sehn sich nach Dir um;
Berge schauen dort herüber,
Leuchten schön und jauchzten lieber;
Doch der schöne Tag ist stumm.
Lustschalmeien will man hören,
Flöten, Hörner unv von ChörenAlles, was nur Freude regt.
Selbst an seiner strengen KetteSpringt das Freundchen um die WetteImmer hin und her bewegt.