An Personen.
465
Der Bildner gleichenfallsVergleicht sich ebenDem Reiter, der den HalsDarangegeben,
Wie Hemmeliuk auch gethan,Ein Held gewordenDurch seine Manneskraft,
Ritter vom Orden.
Darum zusammen sieEuch nun verehren,
Die zum VergangenenMuthig sich kehren,
Stein, Heil'ge, Sammt und Gold,Männiglich strebend,
Und altem Tage hold,
Fröhlich belebend.
An Uranius.
Carlsbad, 1807.
Himmel ach! so ruft man aus,Wenn's uns schlecht geworden.Himmel will verdienen sichPfaff' und Ritterorden.
Ihren Himmel finden vielIn dem Weltgetümmel;Jugend unter Tanz und SpielMeint, sie sey im Himmel.
Doch von dem Claviere töntGanz ein andrer Himmel;
Alle Morgen grüß' ich ihn,Nickt er mir vom Schimmel.
An Tischbein.
Erst ein Deutscher, dann ein Schweizer,Dann ein Berg- und Thal-Durchkreuzer,Römer, dann Napolitaner,
Philosoph und doch kein Aner,
Dichter, fruchtbar aller Orten,
Bald mit Zeichen, bald mit Worten,Immer bleibest Du derselbeVon der Tiber bis zur Elbe!
Glück und Heil, so wie Du strebest!Leben, so wie Du belebest!
So genieße! laß genießen!
Bis die Nymphen Dich begrüßen,
Die sich in der Jlme baden,
Und auf's freundlichste Dich laden.
An den selben.
Alles, was Du denkst und sinnest,Was Du der Natur und KunstMit Empfindung abgewinnest,Druckst Du aus durch Musengunst.Farbe her! Dein MeisterwilleSchafft ein sichtliches Gedicht;Doch, bescheiden in der Fülle,
Du verschmähst die Worte nicht.
An denselben.
Für das Gute, für das Schöne,Das Du uns so reichlich sendest,Möge jegliche CamöneFreude spenden, wie Du spendest!Möge Dir, im nord'schen Trüben,Aller Guten, aller LiebenReine Neigung so bereiten,
Ueberall Dich zu begleitenMit des Umgangs trauter Wonne,Wie im heitern Land der Sonne!
An denselben.
Statt den Menschen in den ThierenZu verlieren,
Findest Du ihn klar darin,
Und belebst, als wahrer Dichter,
Schaf' und säuisches GelichterMit Gesinnung wie mit Sinn.
Auch der Esel kommt zu EhrenUnd yaht uns weise Lehren.
Das, was Bllffon nur begonnen,Kommt durch Tischbein an die Sonnen.
Stammbuchsweihe.
Muntre Gärten lieb' ich mir,Viele Blumen drinne,
Und Du hast so einen hier,Merk' ich wohl, im Sinne.
Mögen Wünsche für Dein GlückTausendfach erscheinen!
Grüße sie mit heiterm Blick,
Und voran die meinen!
Goethe. Werke. I.
30