An Personen.
473
Und so das Herz erleichtert merkt behende,
Daß es noch lebt und schlägt und möchte schlagen,Zum reinsten Dank der überreichen SpendeSich selbst erwiedernd willig darzutragen.
Da suhlte sich — o daß es ewig bliebe! —
Das Doppelglück der Töne wie der Liebe.
In das Stammbuch
der Frau Hofmarschall von Spiegel.
Januar 1821.^
Der Dichtung Faden läßt sich heut nicht fassen;Ich bitte mir die Blätter weiß zu lassen!
Am 2S. Februar t82I.
Seit jenen Zeilen bis zum heutigen TageSind fast zweihundert Wochen fortgeschritten,Und immer ist es noch die alte Klage,
Als lasse sich die Muse nicht erbitten;
Doch wenn ich sie im Stillen ernstlich frage,Versetzt sie mich, mit Adlerflug, inmittenVon jener Feier einzigen Augenblicken,
Wie es erscholl im freudigsten Entzücken:
„Nun geht es auf, das Licht der Morgenländer,Die Tochter von Byzanz. Ihr seht sie hier!
Als Kaiserskind trägt sie die Goldgewänder,
Und doch ist sie des Schmuckes höchste Zier.
Die goldnen Schuhe, jene theuren Pfänder,
Die Liebesboten zwischen Ihm und Ihr,
Sie bringt der Zwerg, die frohste Morgengabe:Ein Liebespfaud ist mehr als Gut und Habe."
Da sprach das Lied, so heiter als bedächtig,
Von König Rother's unbezwungner Kraft,
Dem, wie er schon in Waffen groß und mächtig,Auch Liebe nun das höchste Glück verschafft.
Als Pilger klug, als Gast freigebig, Prächtig,
Hat er als Held zuletzt sie weggerafft,
Zum schönsten Glück, zum höchsten Mutterloose:Von ihnen stammt Pipin und Carl der Große.
Wie denn das Gute, Schöne nimmer schwindetUnd, immer wirkend, immer sich erhält,
Sich ungesäumt zum höchsten Wahren findet,
Als lebend zu Lebendigem gesellt;
Und glücklich ist, wer ihnen sich verbindet,Beständig bleibt ihm die bewegte Welt;
So war's auch mir im Augenblick, dem süßen,Nach langer Zeit die Freundin zu begrüßen.
Der zierlichsten Andine."
Gieb Acht! es wird dir allerlei begegnen:
Bist du im Trocknen, wird es regnen,
Zum Schwimmen wird die Welle sich versagen;Wen aber hast du deßhalb anzuklagen?
Merkst du nicht eifersücht'gen Zorn?
Ein Lächeln wird er wohl verdienen;
Und du verzeihst dem Onkel Kühleborn!
Man sagt ihm nach, er liebe selbst Undinen.
Reichthum und Muthe?'
Blumen und Gold zugleichMachen reich.
Goldnen Rahmen siehst Du erfülltMit deinem Bild.
Sieh nur, wie köstlich es ist,
Was Du hast und bist.
^ ^
Mit einem in eines geschlungenen Lorbeer- und
Myrtenkranz.^
Myrt' und Lorbeer hatten sich verbunden;Mögen sie vielleicht getrennt erscheinen,
Wollen sie, gedenkend sel'ger Stunden,Hoffnungsvoll sich abermals vereinen.
Än Gesunde und Genesende.
Das holde Thal hat schon die Sonne wiederMit Frühlingsblüth' und Blumen angefüllt,Die Nachtigall singt immer neue LiederDem Hochgefühl, das ihr entgegen quillt;Erfreue dich der gottverliehnen Gaben!
Froh, wie er dich erschuf, will er dich baben.
Julien Gräfin Egtoffstein?°
Freundlich werden neue StundenZu vergangnen sich gesellen;
Blüthen, Blumen, wohl empfunden,Bleiben ewig Immortellen.