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Alles an Personen und zu festlichen Gelegenheiten Gedichtete enthaltend.
Stark und gewandt, mit hohem Selbstvertrauen,
Dem Feinde grimm, dem Freunde süß und mild,
So leuchtet, nie versteckt vor unserm Schauen,
Am Horizont der Dichtkunst Brunehild,
Wie ihres Nordens stäte Sommersonne,
Vom Eismeer bis zum Po, bis zur Garonne.
Siegfried.
Ihr schreitet kühn der gleiche Mann zur Seite,
Der ihr bestimmt war, den sie doch verlor.
Für seinen Freund erkämpft' er solche Beute,Durchsprengte kühn das Zauberflammenthor.
Wie schön das Hochzeitlager sich auch breite,
Die Freundschaft zieht er streng der Minne vor:
Dieß Schwert, ein Werk zwergemsiger Schmiedehöhlen,Schied Ihn und Sie! — O seltsames Vermählen!
riuzessin.
Nun geht es auf, das Licht der Morgenländer,
Die Tochter von Byzanz. Ihr seht sie hier!
Als Kaiserskind trägt sie die Goldgewänder,
Und doch ist sie des Schmuckes höchste Zier.
Die golduen Schuhe, jene theuren Pfänder,
Die Liebesboten zwischen Ihm und Ihr,
Sie bringt der Zwerg, die frohste Morgengabe:
Ein Liebespfand ist mehr als Gut und Habe.
Kother.
Ich spreche nun so heiter als bedächtigVon König Rother's unbezwungner Kraft;
Und ob er gleich in Waffen groß und mächtig,
Hat Liebe doch ihm solches Glück verschafft.
Als Pilger klug, als Gast freigebig, prächtig,
Hat er als Held zuletzt sie weggerafft,
Zum schönsten Glück, zum höchsten Mutterloose:
Von ihnen stammt Pipin und Carl der Große.
Äsprian.
Den mächtigsten von allen KampfgenossenErblickt ihr nun, den Riesen Asprian.
Ein Hagelwetter, aus der Wölk' ergossen,
Trifft nicht so blind und breit als dieser Mann.
Die Freunde haben selbst ihn angeschlossen:
Drum wenn er gleich nicht Feinde finden kann,
So schlägt er doch, schlägt alles um sich nieder,
Und schonet nicht die eignen Waffenbrüder.
Kecht und Ehre.
Die Welt, sie wäre nicht vor ihm zu retten,
Wenn nicht auch hier die Weisheit vorgebaut,
Ihn hält das Recht, ein hehres Weib, in Ketten,
Der man getrost so großes Amt vertraut;
Die andre lockt und zieht mit goldnen Ketten,
Indem sie schmeichelnd nach dem wilden schaut.
Er geht bedächtig an dem frohen Tage,
Er sieht sich um und schaut, wohin er schlage.
Liebe.
Dann folgen zwei. — Laßt diese mich erklären! —
Sie sind einander beide nah verwandt,
Mit Sonn' und Mondes Glanz von höhern SphärenZu Wohl und Weh uns freundlich zugesandt;
Doch will sich diese nicht an jene kehren,
Sie streift allein, verdirbt, erquickt das Land;
Und selten sieht man beide Schwesterflammen,
Wie heut, gepaart, in Einigkeit beisammen.
Treue.
Und die Bescheidne zeigt sich frei und freierUnd irrt sich nicht am rauschenden Getön;
Sie steht vor Euch, sie öffnet ihren SchleierUnd will getrost so vor der Menge gehn;
Ermuthigt glänzet nun das stille Feuer,
Dem Glühwurm gleich, so anspruchlos als schön.
Sie widmet Euch den reinsten aller Triebe;
Gern folgt sie dem Verdienst, so wie der Liebe.
vtnit.
Ein groß Verdienst weiß dieser zu erwerben,Entbrannt für Menschenwohl von heil'ger Gluth.
Er schaut umher auf klägliches Verderben,
Mann wider Mann, Volk wider Volk in Wuth;
Mit Drachenschweiß wird Berg und Wald sich färben,Die Ebnen färben sich mit Räuberblut,
So daß, weil Gute dankbar nun ihm dienen,
Unholde nicht zu schaden sich erkühnen.
Weltlich Lrginicnt.
So kommt zuletzt das Herrlichste zu Stande,
Wonach die Welt im Ganzen immer strebt;
Der Friede herrscht im unbegränzten Lande,
Wo niemand mehr vor seinem Nachbar bebt;
Nun liebt der Mensch der Ehrfurcht hehre Bande,
Er fühlt sich frei, wenn er gebändigt lebt;
Nur will er selbst, er will den Herrn erwählen,
Dem aber soll's an Glück und Prunk nicht fehlen.
Geistlich klcgimcnt.
Mit allem soll sich auch die Schwester schmücken,
Doch Demuth soll ihr höchstes Kleinod seyn.
Sie geht mit freundlich halbgesenkten Blicken,
Und mit sich selbst so ruhig überein:
Doch würde sie der erste Platz beglücken;
Dem Hochsinn ist die zweite Stelle Pein.
Sie scheint der Schwester Hoheit nachzusinnen,
Und möchte gem den Schritt ihr abgewinnen.
Lanzlcr und Llericus.
Auch kleinre Wesen kommen mit zum Spiele:
Gar manches wird durch sie geheim erregt.
Der eine, der, gewandt, mit spitzem KieleDas Reich begränzet, ja die Feinde schlägt,
Der andre, der, entfernt vom Weltgewühle,
Das Wort, zum Buch erstarrt, am Herzen trägt:Sie, beide ruhig, wissen zu begeistern,
Sie gehen nach, und oft vor ihren Meistern.
Elder ich. Raths-,.
Im Stillen aber herrschet über diese,
Und weit und breit, ein wundersames Haupt,